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VueScan: Kosten, Lizenzen und Updates

2026 © Thomas Gade

Inhaltsverzeichnis



Versionen und Preise

Es gibt zwei Versionen: VueScan Standard Edition und VueScan Professional Edition.

Zum Scannen von Filmen ist nur die VueScan Professional Edition relevant. Eine einzige Lizenz gilt für alle unterstützten Scanner. Das ist ein großer Vorteil gegenüber SilverFast, bei dem eine Lizenz nur für ein bestimmtes Scannermodell verwendet werden kann. Außerdem darf VueScan mit einer Lizenz auf bis zu vier Computern installiert und mit beliebig vielen kompatiblen Scannern genutzt werden.

Viele Jahre lang kostete VueScan Professional weniger als 100 US-Dollar und beinhaltete lebenslange Updates. Dieses außergewöhnlich kundenfreundliche Lizenzmodell trug wesentlich zur großen Verbreitung der Software bei.

Neukunden: Updates nur noch für ein Jahr

2021 strich Hamrick Software die unbegrenzten kostenlosen Updates für Neukunden der Pro-Edition. Sie wurden auf ein Jahr begrenzt. Allerdings bleibt die erworbene Version dauerhaft nutzbar.

Hinzu kamen Abonnements mit monatlicher oder jährlicher Zahlung.

Preise für die VueScan Professional Edition:

Im Juni 2025: rund 200 € als Einmalzahlung oder 80 € pro Jahr

Im Juni 2026: rund 175 € als Einmalzahlung oder 70 € pro Jahr

Es gibt Rabattaktionen.

Bewertung

Wer heute einen alten Scanner an einen Windows-11-PC anschließt, muss damit rechnen, dass die ursprünglichen Treiber und Programme nicht mehr kompatibel sind. Die Hersteller haben die Unterstützung längst eingestellt. Diese Lücke füllt eine Software, die unter Kennern einen fast legendären Ruf genießt: VueScan.

Kein anderes Programm unterstützt eine dermaßen große Anzahl an Scannern unterschiedlichster Hersteller. Ob unter Windows, macOS oder Linux – VueScan hat über Jahrzehnte dafür gesorgt, dass viele eigentlich ausgemusterte Geräte weiter genutzt werden konnten. Diese außergewöhnliche Kompatibilität ist aber nur ein Teil des Erfolgs.

Freie Wahl: alte oder neue Version nutzen

Als langjähriger VueScan-Nutzer habe ich erlebt, dass neue Versionen gelegentlich Probleme bereiteten. Etwas, das zuvor einwandfrei funktionierte, war plötzlich fehlerhaft. Meistens betraf das einzelne Scanner. Das war jedoch kein großes Problem, weil man einfach wieder eine ältere Version installieren konnte. Gelegentlich prüfte ich dann nach einigen Updates, ob ein Bug oder ein vorübergehendes Fehlverhalten behoben worden war und wechselte anschließend wieder zur aktuellen Version.

Die Freiheit, aufgrund des ursprünglichen Lizenzmodells auch ältere Versionen installieren zu können, weil sie für ein bestimmtes Projekt am besten geeignet waren, ist ein großer Vorteil von VueScan. Ich besitze beispielsweise noch einen Laptop mit Windows XP und einem PCMCIA-Steckplatz für einen uralten SCSI-Adapter aus etwa dem Jahr 1995. Adaptec hat für diesen Adapter nie einen 64-Bit-Treiber veröffentlicht. Deshalb ist Windows XP dafür nach wie vor ideal.

Diesen Laptop nutze ich, um einen Nikon LS-2000-Filmscanner sowie einen Flachbettscanner von Agfa zu betreiben. Darauf läuft VueScan 9.3.22 als 32-Bit-Version; das funktioniert sehr gut.

Nicht mehr für Neukunden?

Wenn ich die aktuellen (2026) Lizenzbedingungen richtig verstehe, haben neue Nutzer diese Freiheit nicht mehr. Sie müssen eine Version verwenden, die aus dem Jahr stammt, das von ihrer Lizenz abgedeckt wird.

Irreführene Empfehlungen durch Altkunden mit unlimitierten Updates

Die alte Lizenzpolitik war eines der stärksten Argumente für die Software. Viele langjährige Nutzer haben diese Änderung bislang gar nicht wahrgenommen. Sie erhalten weiterhin ihre Updates und empfehlen VueScan deshalb mit der Erfahrung der früheren Lizenzpolitik weiter. Neue Kunden werden dies aber nicht erleben und deshalb auch nicht weitertragen.

Die aktuelle Lizenzstrategie ist riskant in einer Phase mit abnehmender Bedeutung für klassische Scanner. Epson hat 2025 die Produktion seiner Filmscanner eingestellt. Wer heute noch ein Modell wie den Perfection V850 Photo sucht, muss auf gebrauchte Hardware zurückgreifen. Dessen Vormodelle, wie den Perfection 3200, 4870 oder 4990, kann man für 50 bis 100 € ergattern. Allerdings läuft die dazugehörige Software Epson Scan nicht mehr unter Windows 11. Wer einen gebrauchten Epson Perfection 3200 Photo billig kauft, wird sich vermutlich fragen, ob eine zusätzliche Softwareinvestition von rund 175 Euro für die Pro-Version noch in einem angemessenen Verhältnis zum Gerätepreis steht. Da liegt die Versuchung nahe, in der Piratenbucht eine Alternative zu suchen oder einen alten PC mit Windows XP oder 7 zu reaktivieren.


Scannen mit der Digitalkamera am VALOI easy35 v2

Gleichzeitig verlor der klassische Filmscanner seine frühere Alleinstellung. Viele Analogfotografen digitalisieren ihre Negative inzwischen mit digitalen Systemkameras. Hilfsmittel von Negative Supply, VALOI und anderen sind stark im Trend. Diese Methode bietet hohe Geschwindigkeit und Auflösung, während die Software-Unterstützung für die Umwandlung von Negativen zu Positiven immer komfortabler wird. Sogar Smartphones können mit eigenen Apps zum Scannen von Filmen eingesetzt werden.

Programme wie Capture One, ON1 Photo RAW oder spezialisierte Lösungen wie Filmomat SmartConvert, Grain2Pixel, FilmLab, Negative Lab Pro und Negmaster zeigen, dass die Digitalisierung von Filmmaterial längst nicht mehr ausschließlich eine Aufgabe klassischer Scanner-Software ist.

Auch könnten Verfahren zur Staub- und Kratzerkorrektur, die heute noch den Infrarotkanal eines Filmscanners benötigen, bald durch künstliche Intelligenz abgelöst werden.

Dadurch verändert sich der Stellenwert einer Software wie VueScan. Die große Stärke des Programms liegt traditionell in der Steuerung von klassischen Scannern. Doch nimmt deren Bedeutung ab.


Vom Negativ zum Positiv mit Grain2Pixel in Adobe Photoshop


Gerade deshalb wäre die Entwicklung einer zusätzlichen Edition überzeugender, die klassische Scanner-Workflows mit der Digitalisierung über Kameras verbindet. Eine solche Lösung müsste die Fernsteuerung von Kameras über den Computer ermöglichen (tethered shooting) und gleichzeitig die bewährten Werkzeuge der Professional Edition übernehmen. Besonders wichtig wäre eine zuverlässige automatische Erkennung und Entfernung von Staub und Kratzern ohne Infrarotkanal sowie der automatische Beschnitt von Filmrändern.

Für viele aktive VueScan-Nutzer wäre eine solche Erweiterung vermutlich ein überzeugender Grund, erneut für eine Lizenz zu bezahlen. Entscheidend wäre dabei jedoch: Dabei sollte das ursprüngliche Versprechen von langfristigen Updates reaktiviert werden. Neue Kunden könnten durch Kooperationen mit Valoi, Filmomat oder Negative Supply gewonnen werden, indem die Hardwarehersteller für VueScan werben und umgekehrt.

Ist das zu viel verlangt? Hamrick Software ist kein großes Unternehmen mit vielen Mitarbeitern und hohen Kosten. Hinter VueScan steht ein kleiner Familienbetrieb aus Ed Hamrick und seinem Sohn David Hamrick.

Sie müssen keine Aktionäre bedienen oder Wachstumsziele erfüllen. In einer Internet-Debatte aus dem Jahr 2011 wurde von Ed Hamrick selbst eine Größenordnung von 3 Millionen Dollar Jahresumsatz mit VueScan-Lizenzen genannt. 2020 berichtet die Website von VueScan von 600.000 Nutzern weltweit. Die Familie Hamrick nagt bei solchen Zahlen sicherlich nicht am Hungertuch, sondern ist wirtschaftlich erfolgreich.

Gerade deshalb kommen die kurzen Updatezeiträume, die sicherlich nicht auf einer finanziellen Notwendigkeit beruhen, bei vielen Anwendern nicht gut an. Aus Sicht der Markenpflege ist es eine bedauerliche Entscheidung. Denn genau die ursprünglichen unbefristeten Updates waren ein wichtiger Teil dessen, was VueScan über Jahrzehnte so erfolgreich gemacht hat und eine effektive Mundpropaganda erzeugte.

Begründung für Updates

VueScan ist ziemlich ausgereift. Es stellt sich somit die Frage, wie sich kostenpflichtige Updates künftig rechtfertigen. Immerhin kostet die Reaktivierung weiterer Updates und des Supports für ein weiteres Jahr für die Professional Edition rund 80 US-Dollar.

Neue Funktionen

Im Oktober 2024 wurde die Kolorierung von Schwarzweißbildern eingeführt, im November 2025 folgte das Hochskalieren (Super Resolution). Hierfür werden zusätzliche Datenpakete heruntergeladen, wodurch das bislang angenehm schlanke Programm erheblich größer geworden ist. Im März 2026 kam dazu „Touch-Up“ – ein klassischer Reparaturpinsel mit inhaltsbasierter Retusche für Kratzer, Stippen, Staub und andere Effekte. Aber ist ein Scanprogramm tatsächlich die Software, mit der die Anwender solche Arbeiten durchführen? Die Weiterentwicklung von VueScan sollte dort ansetzen, wo die Anwender in Zukunft den größten Nutzen haben – insbesondere beim Digitalisieren von Filmen mit der Digitalkamera hat die Software noch erhebliches Entwicklungspotenzial.

VueScan Professional: Immer noch die beste Wahl zum Filmscanning?

VueScan zählt zu den besten verfügbaren Scanprogrammen und unterstützt eine unerreicht große Zahl von Scannern. Aufgrund der aktuellen Preis- und Lizenzpolitik sowie moderner Alternativen zu klassischen Filmscannern kann VueScan heute jedoch nicht mehr so uneingeschränkt empfohlen werden wie früher.


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

Kalibrierung

Scannen Schwarzweißfilm

Scannen Farbnegativ

Scannen Dias

Filmtyp identifizieren


Register


Quelle

Zuschnitt

Filter

Farbe

Ergebnis

Einstellungen




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