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VALOI easy35 v2. Review

Dias und Negative mit der Digitalkamera scannen

2026 © Thomas Gade



Klassische Filmscanner sind relativ langsam. Erheblich schneller geht es mit einer Digitalkamera. Jedes Bild wird in Sekundenbruchteilen erfasst. Mit dem richtigen Setup erfolgt der Bildwechsel zügig. Die Umwandlung von Negativen zu Positiven ist heute kein Hindernis mehr. Zum Beispiel erledigt Filmomat SmartConvert diese Aufgabe automatisch, sobald neue Dateien in einem überwachten Ordner abgelegt werden.

Für ein solches Digitalisierungssystem werden üblicherweise eine Kamera mit Makroobjektiv, eine gleichmäßige Lichtquelle und ein Filmhalter benötigt. Meist werden diese Komponenten mithilfe einer Reprosäule zueinander angeordnet, um die richtigen Abstände in einem stabilen Aufbau zu gewährleisten.

Mit dem easy35 verfolgt VALOI einen anderen Ansatz. Das Konzept erinnert an die Dia-Duplikatoren von Hama, Kaiser, Dörr oder Soligor aus dem letzten Jahrhundert, die direkt auf das Filtergewinde eines Objektivs geschraubt wurden. Sie besaßen einen Halter für Dias oder Filmstreifen sowie eine Streuscheibe, benötigten jedoch eine externe Lichtquelle. Im einfachsten Fall reichte bereits Tageslicht.


Basismodul mit integrierter Beleuchtung und Filmhalter

Der 2023 vorgestellte VALOI easy35 griff dieses Prinzip auf, integrierte jedoch eine LED-Beleuchtung mit Akku am Filmhalter. Eine Reprosäule war dafür nicht nötig. Das kompakte System wurde zum Volltreffer und entwickelte sich zu einer beliebten Lösung in der modernen Filmdigitalisierung.

Mit dem 2026 erschienenen VALOI easy35 v2 hat der Hersteller das Konzept an zahlreichen Stellen weiterentwickelt. Die früher verwendeten 3D-gedruckten Bauteile wurden durch präziser gefertigte Komponenten ersetzt. Besonders auffällig sind das Metallgewinde und der ebenfalls aus Metall gefertigte Drehmechanismus zum Befestigen der Distanzringe. Neu ist außerdem eine magnetisch befestigte antistatische Staubbürste. Insgesamt wirkt die zweite Generation robuster und sorgfältiger verarbeitet.


Filmhalter für Filmstreifen und gerahmte Dias

Auch die Filmhalter wurden überarbeitet. Sie werden jetzt einfach eingeschoben und verriegeln selbstständig, sodass auf die bisherige Klemmschraube verzichtet werden kann. Gleichzeitig wurde die Betriebsdauer der komplett überarbeiteten LED-Beleuchtung von etwa zwei auf rund vier Stunden erhöht. Alternativ kann das Gerät über USB-C dauerhaft mit einer Powerbank betrieben werden. Dadurch werden die internen Akkus geschont und die Wärmeentwicklung reduziert. Nach Angaben des Herstellers konnte zudem die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung von 81 % bei der ersten Version auf 99 % bei der zweiten Version verbessert werden. Allerdings ist die etwas verringerte Helligkeit am Bildrand bei der ersten Version nicht unbedingt ein Nachteil – zumindest beim Digitalisieren von Negativen, weil sie die Auswirkungen der Vignettierung vieler Fotoobjektive kompensiert. Für Dias gilt das jedoch nicht.

Zum Lieferumfang des VALOI easy35 v2 gehören die Haupteinheit mit integrierter LED-Beleuchtung, ein Filmadapter für 35-mm-Filmstreifen, verschiedene Distanzringe, Adapter für unterschiedliche Filtergewinde sowie ein USB-Ladekabel.

Der Filmtransport gelingt problemlos. Die Filmstreifen gleiten leicht durch den Halter und werden dabei zuverlässig vor Kratzern geschützt. Für weitere Filmtypen bietet VALOI passende Einsätze an, unter anderem für gerahmte Dias, 35-mm-Filme inklusive Sprocket, APS, Halbformat sowie das 110-Pocketformat.

Helicoid für präzisen Abstand

Sehr empfehlenswert ist außerdem der separat erhältliche Helicoid, mit dem sich der Aufnahmeabstand präzise einstellen lässt.

Selbstgebauter Standfuß




Bei der Arbeit wird der VALOI easy35 v2 eigentlich zusammen mit der Kamera auf den Tisch gelegt oder frei in der Hand gehalten. Dadurch bleibt das System mobil und flexibel einsetzbar. Allerdings hängt das gesamte Zubehör am Filtergewinde des Objektivs. Deshalb sollte dieses ausreichend stabil konstruiert sein. In meinem Aufbau mit einem 50-mm-Makroobjektiv an einer APS-C-DSLR bringt die Kombination aus easy35 v2, Distanzringen und Helicoid rund 590 Gramm auf die Waage. Neben dem Gewicht wirkt dabei auch eine nicht zu unterschätzende Hebelkraft auf Objektiv und Kamerabajonett. Robuste mechanische Makroobjektive älterer Bauart oder preisgünstige Modelle von TTArtisan beziehungsweise 7Artisans erscheinen daher besonders geeignet.

Eine einfache, aber deutliche Verbesserung lässt sich leicht selbst realisieren. Wird eine 67-mm-Stativschelle an einen kleinen selbstgebauten Standfuß montiert, kann die gesamte Kombination senkrecht abgestellt werden. Dadurch werden Objektiv und Bajonett deutlich entlastet. Gleichzeitig bleiben beide Hände frei, um Kamera und Film komfortabel zu bedienen. Einen solchen Stand bietet VALOI derzeit allerdings nicht an.



Am Standfuß ist der VALOI easy35 (v2) meines Erachtens deutlich besser einzusetzen als ohne. Der Helicoid macht das exakte Einstellen des optimalen Abstands zwischen Objektiv und Negativ bzw. Dia zum Kinderspiel.

Objektive

Zum Scannen mit einer Kamera sind Objektive geeignet, die nahe genug fokussieren können, um die Vorlage formatfüllend aufzunehmen. Beim Scannen von 24 × 36 mm mit einem ebenso großen Vollformatsensor bedeutet dies ein Abbildungsverhältnis von 1:1, das ohne Zubehör nur mit Makroobjektiven erreichbar ist. Alternativ können auch Zwischenringe und Nahlinsen eingesetzt werden, um den Nahbereich anderer Objektive zu erweitern.

Sie müssen stabil genug sein, um durch die angeschraubten Distanzringe und den VALOI easy35 nicht beschädigt zu werden. Am besten geeignet sind robust gebaute manuelle Makroobjektive. Autofokus ist nur mit interner Fokussierung empfehlenswert.

Ausführlicher gehe ich im Review über die erste Version des VALOI easy35 auf dieses Thema ein.

Bewertung

Die zweite Generation des VALOI easy35 beseitigt viele Schwächen des Vorgängers und hinterlässt insgesamt einen ausgereifteren Eindruck. Das System ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Digitalisierung von 35-mm-Filmen mit einer digitalen Systemkamera, ohne dass eine große Reprosäule oder eine separate Lichtquelle benötigt werden. Den Helicoid halte ich für sinnvoller als die optionale Staubbürste. Staub lässt sich effektiv mit sogenannten Dustern aus der Drogerie entfernen, ohne die Filme statisch aufzuladen. Wer gerahmte Dias digitalisieren möchte, sollte außerdem den passenden Filmhalter gleich mitbestellen.

Technische Daten

Hersteller

Kameratori Oy in Finland

Bezeichnung

VALOI easy35 v2

Vorlagen

35 mm Kleinfildfilmstreifen, gerahmte Dias 5x5 cm, Bildgröße bis 40x40mm


Gewicht

easy35 v2: 220 g

easy 35 v2 mit Slide Holder: 235 g


Preise (2026)

Valoi easy35 v2*: 229 €

Duster: 45 €

Slide Holder: 45 €

Sprocket Holder: 29 €


* Lieferumfang:  VALOI easy35 v2 Module mit LED-Leuchte, Standard 35mm Halter, Distanztuben: 1x 10mm, 1x 20mm, 5x 40mm (230mm total) sowie  Gewindeadapter  für 39mm, 46mm, 49mm, 52mm, 55mm, 58mm und 67mm auf 62 mm. Letzteres ist das Gewinde an den Distanzringen und am Valoi easy35.

Negative konvertieren

Beim Abfotografieren von Negativen war das Invertieren der Tonwerte, also die Konvertierung der negativen Bilder zu positiven, für Farbaufnahmen lange Zeit eine Sache für Spezialisten, die gute Kenntnisse in der Bildbearbeitung hatten. Inzwischen gibt es diverse Apps wie Grain2Pixel, Nagative Lab Pro oder FilmLab, die das automatisch erledigen. Wir haben verschiedene Möglichkeiten dazu auf mehreren Seiten vorgestellt, die im Laufe der Zeit aktualisiert werden:


Negative zu Positiven wandeln


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