Scannen von Farbdias mit VueScan
Thomas GadeInhaltsverzeichnis
Theoretisch ist die Verarbeitung von Farbdias unkompliziert. Ein guter Scanner liefert korrekt belichtete Bilder genau so, wie sie auf dem Dia zu sehen sind. Deshalb lohnt sich eine Profilierung mithilfe eines Targets, um tonwertbedingte Abweichungen durch den Scanprozess konsequent zu vermeiden.
Leichte Farbstiche bei älteren Dias gleicht die automatische Weißbalance des Scanprogramms meist mühelos aus. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Rötliche Aufnahmen eines Sonnenuntergangs basieren auf dieser gezielten Lichtstimmung. Ein digitaler Weißabgleich würde fälschlicherweise versuchen, das Bild auf einen neutralen Tageslichtcharakter zu korrigieren.
Für verblasste Vorlagen, extreme Farbstiche sowie gezielte Korrekturen von Helligkeit und Kontrast bietet VueScan vielseitige Stellschrauben. Bei derart beanspruchten Originalen sollten Sie im Anschluss jedoch mit einer manuellen Nachbearbeitung in einem Bildbearbeitungsprogramm rechnen.
Gerahmte Dias
Diarahmen unterteilen sich in Varianten mit Glasscheiben und glaslose Modelle. Glasrahmen halten den Film optimal plan. Allerdings bergen sie Risiken. Eingeschlossene Feuchtigkeit, Newtonringe, Eintrübungen oder Staubablagerungen können das Scanergebnis sichtbar beeinträchtigen. Die hardwarebasierte Infrarot-Reinigung kann solche Defekte durch automatisches Erkennen und Retuschieren von Staub und Kratzern zwar mindern, aber nicht vollständig beseitigen. Zudem sind verglaste Rahmen schwer, was beim einzelnen Dia kaum auffällt, jedoch bei vollen Diamagazinen schnell zu einem enormen Gewicht führt.Wer große Mengen an Dias digitalisiert, die meist schon mehrere Jahrzehnte alt sind, sollte dieses Projekt direkt nutzen, um die langfristige Archivierung neu zu strukturieren. Da klassische Diashows mittels Projektor kaum noch stattfinden, lässt sich die Sammlung nach dem Scannen deutlich platzsparender lagern als in sperrigen Magazinen.
Glaslos umrahmen
Grundsätzlich empfiehlt es sich, Vorlagen aus verglasten 5x5-cm-Rahmen vor dem Scanvorgang in glaslose Rahmen (Empfehlung: CS Rahmen von Reflecta) umzumontieren. Bei umfangreichen Archiven erweist sich dies allerdings als zeitintensiv und mühsam. Vorab sollten Sie deshalb alle Dias auf einer Leinwand oder mit einem Diabetrachter sichten, um unbrauchbare Aufnahmen direkt auszusortieren und damit bei den weiteren Schritten Zeit einzusparen.

Lange Zeit war das Montieren von Dias zwischen zwei Glasscheiben populär, die an den Rändern mit selbstklebenden Papierstreifen fixiert wurden. Diese Konstruktionen führen aufgrund ihrer spitzen Ecken und der Materialdicke häufig zu mechanischen Blockaden in den automatischen Diawechslern von Filmscannern oder Projektoren.
Ebenso problematisch sind extrem dünne Papprahmen, wie sie etwa häufig bei Kodachrome-Dias verwendet wurden. Sie beschneiden das Motiv durch einen zu engen Ausschnitt und abgerundete Ecken stärker als nötig. Zudem sind diese Pappträger durch feuchte oder unsachgemäße Lagerung im Laufe der Jahre oft deformiert oder beschädigt.
Das systematische Ausrahmen kostet viel Zeit und neue Diarahmen sind im Handel mittlerweile recht teuer geworden.
Ungeschnittene Diafilme lassen sich leicht verarbeiten. Als Filmstreifen mit bis zu sechs Aufnahmen im Format 24 x 36 mm passen sie in die Standard-Filmhalter von Flachbettscannern mit Durchlichteinheit. Falls Sie einen Filmscanner wie den Nikon Coolscan 4000 oder 5000 nutzen, der den gesamten ungeschnittenen Film vollautomatisch Bild für Bild digitalisiert, sollten Sie diese Möglichkeit unbedingt nutzen, bevor der Film in Einzelbilder zum Rahmen oder in kurze Streifen zerschnitten wird.
Gelegentlich finden sich in Nachlässen Dias auf klassischem Schwarz-Weiß-Film, die nachträglich von Hand koloriert wurden. Das sind keine Farbfilme!
Dmax
Beim Digitalisieren von Dias müssen Scanner zeigen, was sie leisten können. Der Dynamikumfang zwischen maximalen Lichtern und tiefstem Schwarz ist nämlich erheblich größer als bei Farbnegativen. Um die Details in den dunklen Schattenbereichen differenziert aufzulösen, benötigt der Scanner eine hohe reale Maximaldichte (Dmax von über 3,6). In den Datenblättern der Hersteller wurde in der Vergangenheit oft geschummelt, indem rein theoretische Werte genannt wurden, die in der Praxis gar nicht erreicht werden.Empfohlene Einstellungen in den Registern 'Filter' und 'Farbe'
Filter
| Infrarot-Reinigung | Leicht * |
| Farben restaurieren | ausprobieren |
| Ausbleichung beheben | oft sinnvoll |
Farbe
| Schwarzpunkt | 0 oder 0.001 |
| Weißpunkt | 0,02 oder kleiner ** |
| Hersteller Diafilm | GENERIC |
*
1. Ausnahme: Kodachrome-Filme (Dias)
Das hardwarebasierte Verfahren zur Staubkorrektur funktioniert bei diesem speziellen Filmtyp nicht mit jedem Scanner. Hier ist Vorab-Testen notwendig.
2. Ausnahme: Dias auf konventionellem Schwarz-Weiß-Film
**
Belassen Sie diesen Wert nicht auf der Standardeinstellung '1'. Andernfalls geht die feine Zeichnung in den hellen Bildbereichen (Lichtern) unwiederbringlich verloren.
Allgemein
EinleitungKalibrierung
Scannen Schwarzweißfilm
Scannen Farbnegativ
Scannen Dias
Filmtyp identifizieren
Register
QuelleZuschnitt
Filter
Farbe
Ergebnis
Einstellungen
© Thomas Gade | photoinfos.com | ISSN 3054-4769 (Online). Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig.