Farbnegative scannen mit VueScan
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Farbnegative können einen größeren Helligkeitsumfang differenzieren als Diafilme. Während Dias mit Dichten von 0 bis 2,7 Helligkeitsunterschiede im Verhältnis von 1 zu 500 abbilden, bewältigen Farbnegative trotz eines kleineren Dichtebereichs von 0 bis 2,4 einen Helligkeitsumfang von 1 zu 4000. Sie sind zwar kontrastärmer als Diafilme, zeichnen dafür aber eine deutlich größere Spanne zwischen Hell und Dunkel durch. Zudem besitzen Farbnegativfilme eine charakteristische rotorange Einfärbung. Diese sogenannte Maskierung bietet Vorteile bei der Verarbeitung im Fotolabor. Der Scanner muss diese Grundfärbung erkennen und automatisch herausfiltern.

Farbnegative haben eine orangerote Grundfärbung, die Maskierung.
Bei kontrastreichen Motiven auf Diafilm muss die Belichtung so exakt eingestellt werden, dass entweder die hellen oder die dunklen Partien optimal durchgezeichnet sind, etwa wie eine Person im Schatten oder helle Wolken am Himmel. Ein Farbnegativfilm hingegen lässt sich so belichten, dass gleichzeitig Details in den Wolken als auch in den Schatten erhalten bleiben.
Das endgültige Aussehen des Bildes entscheidet sich jedoch erst im Fotolabor. Die meisten Großlabore belichteten solche Fotos standardmäßig auf die Details in den Schatten. Der Himmel war dann rein weiß und ohne jegliche Zeichnung, da herkömmliches Fotopapier nicht den gesamten Helligkeitsbereich abbilden konnte. Seit den 1990ern sorgen digitale Zwischenschritte in modernen Laboren dafür, dass auch die Details der hellen Partien auf den digital erstellten Abzügen sichtbar bleiben.
Wer seine Bilder noch im eigenen Fotolabor vergrößert, kann durch gezieltes Nachbelichten oder Abwedeln einzelner Bildpartien Einfluss darauf nehmen, wie viele Details in den Wolken oder in den dunklen Partien zu sehen sind.
Keine Tonwerte verlieren
Beim Scannen von Farbnegativen lässt sich der gesamte Tonwertumfang erfassen. In VueScan stellt man dazu im Register 'Farbe' den Schwarzpunkt auf 0,001 und den Weißpunkt auf 0,1 ein. Die Standardwerte von VueScan (0 für den Schwarzpunkt und 1 für den Weißpunkt) führen oft dazu, dass Details in den Lichtern verloren gehen. Für den Weißpunkt tastet man sich am besten an einen optimalen Wert zwischen 0,001 und 0,2 heran, der je nach Filmtyp variieren kann. Bei stark verkratzten oder verschmutzten Filmen können die Idealwerte deutlich von den Empfehlungen abweichen, da Kratzer und Staub extreme Helligkeitsspitzen verursachen. Häufig ist eine nachträgliche Tonwertkorrektur in der Bildbearbeitung nötig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Vom Positiv zum Negativ

Vergrößerte Darstellung eines Farbnegativs

Der Abzug vom Farbnegativ (Positiv) zeigt das Bild in den korrekten Farben. Die hellen Stellen des Negativs werden im Positiv dunkel und umgekehrt.
Filmprofile
Ein Farbnegativfilm besitzt einen komplexen Schichtaufbau aus einem Trägermaterial und drei Farbschichten. Die herstellerbedingte Maskierung variiert je nach Marke und Filmtyp von gelblich-rötlich über orange und bräunlich bis hin zu rostrot. Diese Vielfalt macht das Scannen anspruchsvoll, da das Ziel immer ein perfekter Weißabgleich und optimale Kontraste sind. Die unterschiedlichen Filmeigenschaften erschweren diesen Prozess jedoch erheblich.Entwickler von Scan-Software wie LaserSoft Imaging (SilverFast) oder Ed Hamrick (VueScan) haben für zahlreiche Filmgattungen spezielle Profile integriert, welche diese individuellen Eigenschaften ausgleichen. In VueScan lassen sich diese Profile im Register „Farbe“ auswählen. Das führt allerdings nicht immer zum gewünschten Erfolg. Zur Identifizierung eines Filmes hilft diese Übersicht: Filmtypen
Warum Filmprofile oft versagen
Filmprofile werden unter Idealbedingungen erstellt, nämlich mit Filmen, die fachgerecht gelagert, perfekt belichtet und exakt nach Herstellervorgaben chemisch entwickelt wurden. Jede Abweichung von diesem Standard verändert die Filmeigenschaften.Zudem unterliegen Filme einem Alterungsprozess. Die Farbpigmente in den einzelnen Schichten bleichen im Laufe der Zeit unterschiedlich schnell aus. Dadurch kann ein bestimmter Farbton bereits nach wenigen Jahren stark verblassen, während andere Farben stabil bleiben. Sehr alte Farbfilme besitzen oft gar keine Maskierung, weisen dafür aber einen altersbedingten Gelbstich auf.
Ein weiterer Faktor ist das Aufnahmelicht. Fotos entstehen unter wechselnden Lichtbedingungen, während Filmprofile unter konstanten Laborbedingungen mit standardisierten Lichtquellen erstellt werden.
Aus diesen Gründen erweisen sich feste Filmprofile in der Scan-Praxis häufig als unbrauchbar.
Für manche Emulsionen fehlen in SilverFast oder VueScan jegliche Profile. Das gilt beispielsweise für den legendären, extrem feinkörnigen Kodak Ektar 25 aus den 1980er-Jahren oder für historische Ostblock-Farbfilme wie die ORWO-Filme aus der ehemaligen DDR.
In solchen Fällen lohnt es sich auszuprobieren, ob das Profil eines anderen Filmtyps passt. Alternativ liefert die Standardeinstellung „generic“ meist die besten Ergebnisse. Bei dieser allgemeinen Option versucht die Software, den korrekten Weißabgleich rein rechnerisch und ohne Profilvorgabe zu ermitteln, was erstaunlich oft gelingt.
Sobald Sie optimale Einstellungen für einen bestimmten Filmtyp und dessen Erhaltungszustand gefunden haben, sollten Sie diese Konfiguration unter einem eindeutigen Namen abspeichern. Moderne Farbnegativfilme wurden bereits ab Werk für die Digitalisierung optimiert. Viele ältere Farbnegativtypen hingegen lassen sich jedoch nur mit erhöhtem Aufwand mit zufriedenstellender Farbwiedergabe digitalisieren.
Einleitung
Kalibrierung
Scannen Schwarzweißfilm
Scannen Farbnegativ
Scannen Dias
Filmtyp identifizieren
Register
QuelleZuschnitt
Filter
Farbe
Ergebnis
Einstellungen
© Thomas Gade | photoinfos.com | ISSN 3054-4769 (Online). Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig.