Scansoftware VueScan: Allgemeine Funktionen
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VueScan erfüllt im Wesentlichen zwei Kernaufgaben: Das Scannen des Bildes und die anschließende Verarbeitung der Rohdaten. Die Funktionen 'Vorschau' und 'Scannen' umfassen stets beide Schritte – also das eigentliche Einlesen (oder Öffnen einer Datei) sowie die digitale Verarbeitung. Der Hauptunterschied zwischen der Vorschau (Preview) und dem finalen Scan liegt darin, dass die Vorschau in der Regel nicht gespeichert wird. Zudem tastet sie einen größeren Bereich ab, aus dem im Anschluss der gewünschte Bildausschnitt gewählt wird. Es ist problemlos möglich, die Daten nach dem Scanvorgang zunächst unbearbeitet als Rohdaten zu sichern und sie erst zu einem späteren Zeitpunkt zu verarbeiten.
Scannen
Das Scannen ist ein Prozess, bei dem analoge Vorlagen mithilfe technischer Geräte digitalisiert werden. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei zwischen Flachbettscannern und dedizierten Filmscannern. Diese verfügen über eine oder mehrere integrierte Lichtquellen, spezielle Filmhalter oder Glasauflageflächen sowie eine komplexe Scantechnik. Letztere besteht in der Regel aus einer Scanzeile (CCD-Sensor) inklusive der davor gelagerten Optik und einem mechanischen Vorschub. Im Flachbettscanner bewegt sich diese Scanzeile Schritt für Schritt bzw. Zeile für Zeile entlang der Vorlage, um sie präzise abzutasten. Dabei wird in exakt definierten Abständen Punkt für Punkt die Helligkeit gemessen. Bei Farbvorlagen geschieht dies separat für rotes, grünes und blaues Licht, woraufhin die Messwerte zu einer gemeinsamen Rohdatei zusammenfließen.Dieser Digitalisierungsprozess ähnelt dem Belichtungsvorgang in der klassischen Fotografie: Dunkle Vorlagen müssen länger belichtet werden als helle. Die Belichtungssteuerung erfolgt über die Variierung der Abtastzeit und/oder die Intensität der Lampenhelligkeit. Die eigentliche Belichtungsmessung findet nach der Vorschau statt, sobald das finale Bild durch die Vorgabe eines präzisen Ausschnitts definiert wurde. Während einige Filmscanner Filmstreifen automatisch von Bild zu Bild transportieren oder gerahmte Dias wechseln können, lassen sich auf einem Flachbettscanner mehrere Vorlagen nebeneinander platzieren, um verschiedene Ausschnitte aus einer großen Fläche zu digitalisieren. All diese Workflows lassen sich mit VueScan flexibel steuern. Das Resultat eines jeden Scanvorgangs ist eine Rohdatei, die zunächst im Arbeitsspeicher gepuffert wird.
Ist die Option 'single-pass multi-scanning' (Mehrfachabtastung in einem Durchgang) aktiviert, liest der CCD-Sensor jede Zeile mehrmals aus und fügt die Einzelergebnisse zu einem optimierten Durchschnittswert zusammen. Bei 'multi-pass multi-scanning' (Mehrfachabtastung in mehreren Durchgängen) wird hingegen der gesamte ausgewählte Bildausschnitt mehrmals komplett abgetastet und ebenfalls gemittelt. Das 'multi-pass'-Verfahren setzt jedoch einen hochpräzisen Scanner voraus, dessen Mechanismus die Scanzeile mehrmals nacheinander exakt deckungsgleich bewegen kann.
Als Anwender können Sie entscheiden, ob die Rohdatei direkt auf der Festplatte gesichert wird, um sie später zu korrigieren, oder ob die Bearbeitung unmittelbar nach dem Einlesen der Daten erfolgt.
VueScan verwendet den Begriff 'Scan' übrigens auch dann, wenn der rein mechanische Vorgang bereits abgeschlossen ist und Rohdaten von einem Speichermedium eingelesen werden, um sie weiterzuverarbeiten. In anderen Programmen würde man diesen Schritt schlicht als 'Datei öffnen' bezeichnen. Aus diesem Grund zeigt die folgende Übersicht, aus welchen unterschiedlichen Quellen die Rohdaten beim 'Scannen' mit VueScan stammen können:
1. Als direktes Resultat einer unmittelbar vorangegangenen Digitalisierung mittels angeschlossenem Scanner
2. Durch das Öffnen von Rohdaten aus früheren Scan-Sitzungen ('Input|Source' eingestellt auf 'File')
3. Durch das Öffnen von RAW-Dateien aus Digitalkameras ('Input|Source' auf 'File') – VueScan ist hierbei mit vielen Kamera-Rohdatenformaten kompatibel
4. Durch das Öffnen bereits existierender Bilddateien im TIFF- oder JPEG-Format
5. Direkt aus dem Arbeitsspeicher, sofern sich die Rohdatei dort bereits befindet **
** VueScan hält einen getätigten Rohscan im Arbeitsspeicher vor. Dieser kann genutzt werden, um ohne erneuten Scanvorgang verschiedene bearbeitete Kopien auszugeben. So lassen sich Bilder mit und ohne ICE-Korrektur, mit variierender Schärfung oder unterschiedlichen Farbkorrekturen erzeugen, indem nach jeder Parameteränderung einfach 'Save' angeklickt wird. Dies ist eine hervorragende Eigenschaft, die im Rahmen der manuellen Bildoptimierung sehr interessante Workflows ermöglicht.
Wird eine Vorschau für einen Filmstreifen mit mehreren Bildern veranlasst, legt die Software für jedes Bild einen separaten Datenpuffer an. So kann ohne zusätzliche Previews oder erneutes Scannen zwischen den Einzelbildern hin- und hergewechselt werden. Dies erfordert jedoch ausreichend Arbeitsspeicher. Die maximale Speichermenge wird über die Optionen 'Prefs|Image Memory', 'Prefs|Preview mem (MB)' (für die Vorschau) und 'Prefs|Scan mem (MB)' (für den Hauptscan) limitiert. Wird mehr Speicher benötigt als zugewiesen, gibt VueScan die ältesten Datenpuffer automatisch frei, bis genügend Kapazität für eine neue Vorschau oder einen neuen Scan bereitsteht.
Steht die Option 'Input|Source' auf 'File', werden geöffnete Dateien so behandelt, als kämen sie live von einem Scanner. Die Einstellung 'Input|Mode' dient in diesem Fall dazu, den Scannertyp festzulegen, von dem die Rohdaten ursprünglich stammten. Dies ist essenziell für die nachfolgende Farb- und Tonwertkorrektur. Die zu bearbeitenden Daten können dabei sowohl unbearbeitete Rohdaten aus Scannern als auch RAW-Dateien aus Digitalkameras sein. Werden hingegen Bilddaten geöffnet, die bereits final bearbeitet wurden, darf bei 'Input|Mode' kein konkretes Gerätemodell ausgewählt werden.
Beim Scannen des Vorschaubildes ist die Belichtungszeit standardmäßig auf den Faktor 1.0 fixiert. Der gescannte Bereich umfasst hierbei das gesamte Vorschaufenster (es wird kein Teil-Ausschnitt berücksichtigt). Die Auflösung wird automatisch so reguliert, dass eine Bildgröße von etwa 1 Million Pixeln entsteht.
Beim endgültigen Scan wird die Belichtungszeit entweder anhand der Vorschauwerte berechnet oder aus den manuellen Vorgaben übernommen. Der finale Scanbereich beschränkt sich nun auf den ausgewählten Teil des Vorschaufensters (begrenzt durch den blinkenden Auswahlrahmen). Wenn die Auflösung auf 'Auto' steht, wählt die Software einen Wert, der zu einer Bildgröße von rund 4 Millionen Pixeln führt.
Verarbeiten
Das Erzeugen der reinen Rohdaten ist jedoch nur die halbe Miete. In der Regel beinhaltet der Scanprozess auch die direkte Verarbeitung der Daten zu Bildern mit natürlicher Farbbalance, stimmigem Kontrast und harmonischem Helligkeitsverlauf. Diese Verarbeitungsvorgaben werden sowohl auf die Vorschau als auch auf den anschließenden Scan angewendet. Unterstützt der verwendete Scanner die entsprechende Hardware-Funktion, werden im ersten Schritt die Infrarotdaten mit den RGB-Bilddaten abgeglichen, um die Staub- und Defektkorrektur vorzubereiten.Daraufhin wird der Säuberungsfilter (sofern aktiviert) angewendet. Er hat die Aufgabe, Staub und Kratzer mithilfe des Infrarotkanals zu eliminieren, indem die betroffenen Pixel mit den Farben der direkten Umgebung aufgefüllt werden. Zudem reduziert dieser Filter das störende Filmkorn.
Infrarotdaten lassen sich logischerweise nur von Scannern generieren, die über einen echten IR-Kanal verfügen. Besitzt Ihr Gerät diesen Kanal nicht, bleiben die entsprechenden Optionen in der Software ausgegraut und nicht verfügbar.
Ist die Einstellung 'Output|Raw file' aktiv und 'Output|Raw output with' auf 'Save' eingestellt, werden die Daten direkt in einer TIFF-Datei abgelegt. Diese Rohdaten können später jederzeit neu verarbeitet werden, indem man 'Input|Source' auf 'File' umstellt. Bitte beachten Sie, dass die Daten des IR-Kanals – sofern vorhanden – als fester Bestandteil in dieser Rohdatei mitgesichert werden.
Als Nächstes greifen die Filter 'restore colors' (Farben wiederherstellen) und 'restore fading' (Ausbleichungen korrigieren), sofern sie eingeschaltet sind. Hierbei wird das gesamte Bild analysiert, um die ursprüngliche Farbstruktur zu rekonstruieren und altersbedingte Farbverschiebungen oder Verblasstheiten auszugleichen. (Hinweis aus der Praxis: Die Funktion 'restore colors' führt leider häufig zu unbrauchbaren, unnatürlichen Ergebnissen.) Dann erfolgt die Bildschärfung. Grundsätzlich sollte sie erst vor der tatsächlichen Verwendung eines Bildes, beispielsweise für einen Druck oder die Darstellung im Internet, vorgenommen werden. Daher bleibt die Schärfung ausgeschaltet, wenn Archivdateien erzeugt werden. Es gibt andere Methoden, die bessere Ergebnisse liefern als VueScan. Wird VueScan direkt zum Drucken verwendet, ist die Schärfung eventuell sinnvoll. Das sollte vorab ausprobiert werden.
Der letzte Schritt ist die Farbkorrektur. Die Einstellungen aus dem 'Color'-Register werden benutzt, um die endgültigen Farben der gespeicherten Bilder herzustellen.
Nach der Bildkorrektur werden Previews im Vorschaufenster angezeigt und Scans gemäß den Einstellungen im 'Output'-Register als TIFF-, JPEG-, PDF-, OCR-Text-Datei und/oder Index-Datei gespeichert.
Farbabgleich / Farbbalance
Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Bildes ist die Farbbalance – damit neutrale Farben neutral und andere Farben originalgetreu aussehen. VueScans Voreinstellung für 'Color|Color balance' ('White balance' / Weißabgleich) kann dies für die meisten Bilder automatisch bewirken.Für ungewöhnliche Lichtverhältnisse bei der Aufnahme ist VueScans automatischer Weißabgleich jedoch nicht optimal. Das Licht eines Sonnenuntergangs wird damit so verändert, dass der Boden grau anstatt orange aussieht. Auch Scans von Blumen erscheinen dadurch weniger intensiv, als sie eigentlich sein sollten. Für solche Bilder ist die Umstellung von 'Color|Color balance' auf 'Neutral' besser geeignet.
Beim Scannen von Dias sollte 'Input|Media' auf 'Image' eingestellt sein. (Anmerkung: Die alternative Einstellung 'Slides' existiert ebenfalls, liefert je nach Scanner aber abweichende Ergebnisse.)
Mit der Einstellung 'Color|Color balance' auf 'Manual' (manuelle Anpassung) können die Farben manuell abgestimmt werden. Das ist mit den drei Reglern für Rot, Grün und Blau gewöhnungsbedürftig, da andere Programme dies komfortabler gelöst haben. Es gibt jedoch die Funktion der Grau-Pipette.
Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste (Mac OS: mit Control-Taste) auf einen Teil des Bildes, der einen neutralen Ton (z. B. einen grauen Schatten) enthält. Man kann auf verschiedene Stellen klicken, von denen man annimmt, dass der Farbton an dieser Stelle neutral grau sein sollte. Die übrigen Farben werden jedes Mal entsprechend angepasst. Trifft man einen günstigen Punkt, stimmt die Farbbalance des Bildes. Mit etwas Übung ist dies ein mächtiges Werkzeug. Der Farbabgleich lässt sich durch einen Doppelklick mit der rechten Maustaste (Mac OS: mit Control-Taste) wieder auf den Wert 'White balance' zurücksetzen.
Mehrere Vorlagen scannen / Stapelverarbeitung
Mit der 'Input|Batch scan'-Einstellung können mehrere Bilder automatisch nacheinander gescannt und bearbeitet werden. Einige Scanner werfen das bearbeitete Bild selbstständig aus und ziehen das nächste ein oder bewegen einen Filmstreifen automatisch von Bild zu Bild. Auch Flachbettscanner, auf deren Auflagefläche mehrere Bilder Platz finden, lassen sich so ansteuern, dass ein Bild nach dem anderen digitalisiert wird.Die Geschwindigkeit bei der Stapelverarbeitung lässt sich erhöhen, wenn auf eine Vorschau für jedes einzelne Bild verzichtet wird. Das ist machbar, wenn für alle Bilder derselbe Ausschnitt verwendet werden kann. Des Weiteren werden die Häkchen bei den Einstellungen 'Crop|Auto offset' und 'Crop|Auto rotate' entfernt. Mit der Einstellung 'Input|Lock exposure' kann dieselbe Belichtungszeit für alle aufeinanderfolgenden Scans festgelegt werden, um Messvorgänge zu reduzieren. Bei gemischten Vorlagen mit unterschiedlichem Kontrast und Helligkeiten ist dies jedoch nicht empfehlenswert.
VueScan erlaubt das Scannen von mehreren Fotos bzw. Ausschnitten auf einem Flachbettscanner über zwei verschiedene Wege.
Beim ersten Weg müssen die Bilder jeweils exakt in die einzelnen Felder eines Rasters passen und entsprechend positioniert werden. Im 'Crop'-Register werden Einstellungen vorgenommen, mit denen festgelegt wird, wie viele Bilder nebeneinander ('Crop|X images') und untereinander ('Crop|Y images') liegen, sowie die Abstände zwischen den Bildern definiert. Das Verfahren ist gewöhnungsbedürftig, aber absolut brauchbar.
Die zweite Möglichkeit kommt ohne das Raster aus, verlangt bei hohen Auflösungen jedoch einen großen Arbeitsspeicher und einen schnellen Rechner:
1. 'Input|Scan from preview' aktivieren
2. Die 'Preview'-Schaltfläche drücken
3. Den ersten Ausschnitt mit der Maus festlegen
4. Die 'Save'-Schaltfläche drücken (Disketten-Symbol), danach den nächsten Ausschnitt mit der Maus festlegen und so weiter.
Wiederholen Sie diese Prozedur jedes Mal, wenn Sie mehrere Fotos, Dias oder Filmstreifen auf den Flachbettscanner legen.
Benutzung von Rohdaten
VueScan erlaubt das Speichern von Rohdaten aus einem Scanvorgang mittels 'Output|Raw file'. Diese enthalten die direkten Daten vom CCD-Sensor des Scanners ohne jegliche Farbkorrektur oder Veränderung. Keine der Einstellungen in den Registern 'Filter' oder 'Color' beeinflusst die Rohdatei, es sei denn, 'Output|Raw output with' ist auf 'Save' eingestellt. In diesem Fall werden Vorgaben zum Drehen, Spiegeln, für die Infrarot-Reinigung und die Kornreduzierung direkt berücksichtigt. Die Kornreduzierung sollte in VueScan jedoch niemals aktiviert sein, da es hierfür extern deutlich bessere Werkzeuge gibt.Das Speichern von Rohdateien bietet zwei wesentliche Vorteile: Das Scannen geht ohne die anschließende Bildverarbeitung deutlich schneller, was bei vielen manuell einzulegenden Bildern Zeit spart. Die eigentliche Bearbeitung kann später unbeaufsichtigt im Hintergrund stattfinden. Zudem dienen die gespeicherten Rohscans als dauerhaftes Ausgangsmaterial für Kopien aller Art. Ein erneutes Scannen ist erst dann wieder nötig, wenn der Bildausschnitt vergrößert werden muss, eine höhere Auflösung erforderlich ist oder eine wesentlich bessere Scantechnik zur Verfügung steht.
Für die Stapelverarbeitung von Rohdaten werden die Einstellungen für Quelle und Medien im 'Input'-Register angepasst. Zunächst wird 'Input|Options' auf 'Advanced' (in älteren Versionen: 'More'-Schaltfläche) eingestellt und die Software mit dem Befehl 'File|Default options' auf die Standardeinstellungen zurückgesetzt.
Bei 'Crop|Preview area' wird 'Default' gewählt, 'Crop|Crop size' auf 'Maximum' gesetzt, 'Crop|Y images' auf 1 gestellt und alle Häkchen im 'Output'-Register bis auf 'Output|Raw file' entfernt. Beim Scannen jedes Einzelbildes werden nun nacheinander Dateien mit den Namen scan0001.tif, scan0002.tif etc. erzeugt. Den Zielordner und die Dateinamen können Sie über die Option 'Output|Raw file name' anpassen.
Um diese Rohdateien später zu bearbeiten, wählen Sie im Register 'Input' unter 'Source' die Einstellung 'File'. Bei 'Input|Files' wird das erste zu bearbeitende Bild der Serie (normalerweise scan0001.tif) ausgewählt. Unter 'Input|Mode' wird exakt der Scanner eingestellt, der die Dateien ursprünglich erzeugt hat. Alle anderen Einstellungen werden nun so gesetzt, als würden die Dateien unmittelbar live vom Scanner verarbeitet.
Stellen Sie 'Input|Batch scan' auf 'All' ein, um alle Dateien in einem Rutsch zu verarbeiten, oder wählen Sie 'List', um manuell bestimmte Bildnummern einzugeben. Gibt man dort beispielsweise '1-3,5,7' ein, werden die Bilder von eins bis sieben ohne das vierte Bild verarbeitet, sobald die 'Scan'-Schaltfläche gedrückt wird.
Bildqualität maximieren
Die Grundidee hierbei ist es, jedes Pixel mehrmals zu scannen und daraus einen Durchschnittswert zu bilden. Jede Verdoppelung der Abtastvorgänge erhöht die effektive Anzahl der nützlichen Datenbits um 1. Wenn ein 10-Bit-Scanner wie der Nikon LS-30 bei einem Scanvorgang jede Pixelposition viermal abtastet, entstehen effektiv 12 Bit verwertbare Bilddaten. Es gibt mehrere Wege, mehrfache Messwerte zu erhalten. Der erste ist das 'single-pass multi-scanning' (mehrfaches Messen in einem Scanvorgang). Manche Scanner können jede Pixelposition mehrfach abtasten, bevor sie den Scankopf auf eine neue Position bewegen. Filmscanner mit dieser Funktion sind unter anderem: Minolta QuickScan 35, Scan Dual, Scan Dual III, Scan Multi, Scan Multi Pro, Scan Speed, Scan Elite, Scan Elite II und die Nikon-Modelle LS-2000, LS-4000 sowie LS-8000.Die zweite Technik ist das 'multi-pass multi-scanning' (mehrfaches Scannen in mehreren Scanvorgängen). Diese Funktion können die meisten Scanner ausführen. Manche Geräte setzen den Scankopf nach jedem erfolgten Scanvorgang (scan-pass) jedoch nur ungenau zurück, sodass diese Aufgabe nicht immer zufriedenstellend erfüllt wird.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit einer hohen Auflösung zu scannen und anschließend Durchschnittswerte von aneinandergrenzenden Pixelblöcken zu bilden. Werden beispielsweise 2700 dpi eingestellt und ein Durchschnitt aus jedem Pixelblock der Größe 2x2 gebildet, erhält man eine qualitativ bessere 1350-dpi-Datei. Direkt mit 1350 dpi zu scannen bedeutet in diesem Fall, dass alle anderen Pixel und Zeilen einfach verworfen werden. Das Scannen mit 2700 dpi und der Einstellung 'Output|TIFF size reduction' auf '2' sorgt hingegen dafür, dass der Durchschnitt von 2x2-Pixelblöcken berechnet wird, wodurch sich die Zahl der effektiven Bits in dieser Auflösung um 2 erhöht. Dieses Verfahren ist unbrauchbar, wenn Daten in der maximal möglichen Auflösung eines Scanners benötigt werden, aber es ist eine hochinteressante Variante für Flachbettscanner, die oft mit unrealistisch hohen physikalischen Nennauflösungen beworben werden.
Dateiformate
VueScan bietet die Speicherformate TIFF (.tif), JPEG (.jpg), PDF und OCR an. Index-Dateien werden stets als BMP gespeichert. JPEGs können mit 8 Bit für Schwarz-Weiß (Graustufen) und mit 24 Bit für Farbbilder gesichert werden. Wenn ein Bild als JPEG gespeichert wird, gehen selbst bei höchster Qualitätsstufe und niedrigster Kompression Bildinformationen verloren. Dieser Verlust verstärkt sich, wenn die Datei erneut bearbeitet und abgespeichert wird. Daher ist es ratsam, zunächst TIFF-Dateien zu erzeugen und diese so weit zu bearbeiten, bis keine wesentlichen Änderungen am Archivbild mehr zu erwarten sind, bevor man JPEG-Kopien anfertigt. Da Speicherplatz günstig ist, empfiehlt es sich, die TIFF-Versionen dauerhaft aufzubewahren – auch wenn die Dateien in diesem Format sehr groß werden können.Für das TIFF-Format gibt es sechs verschiedene Ausgabeoptionen: Schwarz-Weiß-Bilder (Graustufen) benötigen einen Farbkanal, während Farbbilder drei Farbkanäle (Rot, Grün, Blau) besitzen. Ein reines Schwarz-Weiß-Bild kommt mit einem Bit pro Pixel aus, wenn lediglich zwischen hartem Schwarz und Weiß unterschieden werden soll (z. B. bei Textdokumenten). Sind Tonwerte mit verschiedenen Graustufen vorhanden, werden 8 Bit oder 16 Bit pro Pixel benötigt. Farbfotos besitzen drei Kanäle mit jeweils 8 oder 16 Bit Farbtiefe. Scanner und Digitalkameras arbeiten intern oft mit abweichenden Bittiefen, die zwischen 8 und 16 Bit pro Kanal liegen. Werte über 8 Bit lassen sich jedoch nur dann voll ausschöpfen, wenn die Ausgabedatei als 16 Bit pro Kanal gespeichert wird.
Diverse Scanner besitzen einen vierten Kanal für Infrarotlicht, der für die automatische Schmutz- und Kratzererkennung genutzt wird. VueScan bietet die Option, diese vier Kanäle (Rot, Grün, Blau, Infrarot) zusammen in einer 64-Bit-Datei (RGBI) zu speichern. Zudem kann der Infrarotkanal separat als eigenständige 16-Bit-Datei ausgegeben werden.
Die Rohdaten des Scans werden bei mehr als 8 Bit pro Kanal im linearen Format ausgegeben, bei lediglich 8 Bit je Sample hingegen mit einem Gammawert von 2.2. Die final gespeicherten TIFF-Dateien besitzen immer eine Gamma-Korrektur, die dem gewählten Farbraum entspricht (1.8 für Apple RGB, ColorMatch RGB, ProPhoto RGB und ECI RGB sowie 2.2 für alle anderen Farbräume). Dass Rohdateien des Scans im linearen Format zunächst sehr dunkel wirken, ist völlig normal.
TIFF-Daten können komprimiert werden. VueScan nutzt die 'CCITT Group-IV compression' für 1-Bit-Dateien und die 'LZW compression' für alle anderen Formate. Letztere benötigt beim Speichern geringfügig mehr Zeit, spart jedoch rund 40 % des Speicherplatzes ein. Die Dateigröße von JPEGs lässt sich über die Einstellung 'JPEG quality' steuern, wobei die verfügbaren Werte von 75 (starke Kompression, mittlere Qualität) bis 95 (geringe Kompression, hohe Qualität) reichen.
Allgemein
FunktionenKalibrierung
Scannen Schwarzweißfilm
Scannen Farbnegativ
Scannen Dias
Filmtyp identifizieren
Register
QuelleZuschnitt
Filter
Farbe
Ergebnis
Einstellungen
© Thomas Gade | photoinfos.com | ISSN 3054-4769 (Online). Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig.