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DxO PhotoLab Bildbearbeitung 3

2026 © Thomas Gade

Inhaltsverzeichnis


Eigentlich ist DxO PhotoLab ein RAW-Konverter. Viele Werkzeuge funktionieren aber nicht nur mit RAW-Dateien, sondern auch mit Dateien wie JPG oder TIF.

Die ursprüngliche Bilddatei wird nicht verändert. Änderungen wie Helligkeitskorrekturen, Kontrastanpassungen, perspektivische Korrekturen oder die Anwendung von Effekten werden zunächst nur als Bearbeitungsschritte gespeichert. Das Originalbild bleibt dadurch unverändert erhalten und kann jederzeit wieder als Ausgangspunkt für eine andere Bearbeitung verwendet werden.

Die eigentliche Anwendung der Bearbeitungen auf eine neue Bilddatei erfolgt erst beim Export. Dabei wird eine Kopie erzeugt, auf die dann die Korrekturen und Effekte angewendet werden. Je nach gewünschtem Einsatzzweck kann diese Kopie beispielsweise als JPG oder TIF ausgegeben werden.



Miniatureffekt:
Dieses Werkzeug verringert künstlich die „Schärfentiefe“, sodass der Eindruck entsteht, als wäre ein kleines Objektiv verwendet worden.



Filter: Es gibt eine Liste mit Filtern für verschiedene Effekte. Die Bilder können beispielsweise monochrom mit einem bestimmten Farbton dargestellt werden.



Korn: Dieses Werkzeug fügt dem Bild künstlich Korn hinzu, wie man es aus der analogen Fotografie kennt. Welchen praktischen Nutzen das haben soll, wird nicht erklärt.



Kreative Vignette:
Hiermit lässt sich eine Vignette erzeugen, um die Bildränder und Ecken abzudunkeln.



Unscharf: Hiermit lässt sich eine Unschärfe um einen frei definierbaren scharfen Bereich erzeugen.




Rahmen:
Es lassen sich verschiedene Rahmen um Bilder erstellen. Dafür gibt es zahlreiche Einstellmöglichkeiten.



Rahmen: Aus einem Menü mit verschiedenen Rahmentypen kann ein geeigneter Rahmen ausgewählt werden.




Textur: Das Bild wird auf einem Untergrund mit einer ausgewählten Textur dargestellt.



Textur: Neben regelmäßigen Mustern gibt es viele weitere „Texturen“, beispielsweise zerknittertes Papier oder eine verbrannte Ecke.




Lichteinfall:
Mit diesem Werkzeug wird eine defekte Lichtdichtung einer analogen Kamera simuliert. Aus meiner Sicht ein alberner Effekt, der sich in der Fotowelt allerdings als trendiger Look verkaufen lässt.




Verzeichnung: Funktioniert ähnlich wie „Verflüssigen“ in Adobe Photoshop.




Zuschneiden:
Inmitten der Effekt-Werkzeuge gibt es auch ein Werkzeug zum Beschneiden der Bilder.




Horizont: Eine Drehfunktion, mit der sich der Horizont korrekt ausrichten lässt.




Perspektive: Ein ziemlich gutes Werkzeug, um perspektivische Verzerrungen zu korrigieren.



Verzeichnung: Eigentlich wird die Verzeichnung durch die automatische Objektivkorrektur behoben. Man kann dies aber auch manuell erledigen, falls die automatische Korrektur für ein bestimmtes Objektiv nicht zur Verfügung steht. Ebenso kann man bewusst eine Verzeichnung hinzufügen.



Instant Watermarking: Mit diesem Werkzeug lässt sich ein Wasserzeichen auf das Bild legen. Man kann dafür entweder einen Text eingeben oder ein Bild verwenden. Das funktioniert ziemlich gut.

Dunkler Schatten, stürzende Linien und schiefer Horizont:

Korrekturen mit DxO PhotoLab 10




Dieses Bild hat drei Probleme: Der Schatten links unten ist zu dunkel, das Bild ist etwas verdreht und die senkrechten Linien des Gebäudes stürzen nach oben.



Mit dem Kontrolpunkt-Werkzeug wird der Schatten markiert.



Anschließend wird der Schatten aufgehellt.



Mithilfe des Werkzeugs „Verzeichnung“ werden zwei Linien gesetzt, die senkrecht und parallel zueinander verlaufen sollten.




Das Ergebnis ist nach dem Aufhellen des schattigen Bereichs links unten, der Beseitigung des blauen Farbstichs im Schatten und der Korrektur der perspektivischen Fehler beeindruckend. All das lässt sich mit DxO PhotoLab ziemlich gut bewerkstelligen.


Einordnung der zusätzlichen Bildbearbeitungsfunktionen

DxO PhotoLab war ursprünglich als RAW-Konverter konzipiert. Im Laufe der Jahre ist der Funktionsumfang jedoch deutlich gewachsen und umfasst inzwischen zahlreiche Werkzeuge, die weit über die eigentliche RAW-Entwicklung hinausgehen. Ein Teil dieser Erweiterungen ist durchaus sinnvoll. Funktionen wie Zuschneiden, Horizontkorrektur, Perspektivkorrektur, Verzeichnungskorrektur oder Wasserzeichen gehören zu den Aufgaben, die man bei der Bearbeitung eines Fotos durchaus direkt im RAW-Konverter erledigen möchte. Sie ersparen in vielen Fällen den Wechsel zu einem zusätzlichen Bildbearbeitungsprogramm.

Bei einigen der inzwischen hinzugekommenen Funktionen stellt sich allerdings die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen. Kreative Filter, künstliches Korn, Texturen, dekorative Rahmen oder simulierte Lichteffekte haben mit der eigentlichen RAW-Entwicklung nur noch wenig zu tun. Wer mit Adobe Photoshop oder einem vergleichbaren Bildbearbeitungsprogramm arbeitet, wird für solche Aufgaben kaum einen Grund sehen, sie zusätzlich in DxO PhotoLab zu verwenden.

Die Anwender von DxO PhotoLab dürften überwiegend zu den anspruchsvolleren Fotografen gehören, die sich bewusst für einen spezialisierten RAW-Konverter entscheiden. Daher ist durchaus anzunehmen, dass ein Teil dieser Anwender für die weitergehende Bildbearbeitung ohnehin Programme wie Adobe Photoshop oder Affinity Photo verwendet. Für diese Nutzer ist der praktische Mehrwert vieler der zusätzlichen Kreativfunktionen entsprechend gering.

Hinzu kommt, dass DxO sein Softwareangebot nicht nur bei PhotoLab, sondern auch mit weiteren Programmen und Erweiterungen ausgebaut hat. Dazu gehören beispielsweise die Nik Collection und DxO FilmPack. Beide Programme werden regelmäßig weiterentwickelt und um neue Funktionen ergänzt. Persönlich empfinde ich insbesondere die Nik Collection als unnötig kompliziert. Die Vielzahl an teilweise wenig intuitiven Bezeichnungen und Abkürzungen sowie die aus meiner Sicht unübersichtliche Menüstruktur machen die Software nicht gerade zugänglich. Und was braucht man wirklich davon?

Bei DxO FilmPack wird mit der Vorstellung gearbeitet, dass sich der charakteristische „Look“ bestimmter Filme möglichst authentisch nachbilden lässt. Ob dieser vermeintlich typische Film-Look tatsächlich eine so eindeutige und objektiv reproduzierbare Eigenschaft einzelner Filme ist, wie es die entsprechenden Produktversprechen nahelegen, kann man durchaus kritisch hinterfragen. Das Ergebnis analoger Fotografie hängt schließlich nicht nur vom verwendeten Film, sondern auch von Aufnahmebedingungen, Belichtung, Entwicklung, Papier beziehungsweise Scan und zahlreichen weiteren Faktoren ab.

Deshalb entsteht bei der Betrachtung des gesamten Softwareangebots und der inzwischen sehr umfangreichen Werkzeugpaletten der Eindruck einer gewissen Ausweitung über die ursprünglichen Aufgaben hinaus. Gerade bei Funktionen wie Rahmen, Texturen, simulierten Lichtlecks oder immer neuen kreativen Filtern ist fraglich, ob sie in einem RAW-Konverter beziehungsweise in einem ohnehin schon umfangreichen Bildbearbeitungs-Ökosystem wirklich einen wesentlichen praktischen Nutzen bieten.

Ich möchte damit DxO keineswegs schlechtmachen. PhotoLab hat gerade bei der RAW-Entwicklung einige überzeugende Stärken und ist ein sehr leistungsfähiges Werkzeug. Die Kritik richtet sich vielmehr gegen eine Entwicklung, die bei kommerzieller Software zwangsläufig entstehen kann. Wenn Programme jährlich als neue Version verkauft werden sollen, besteht ein Druck, ständig neue Funktionen einzufügen.

Das Problem ist dabei weniger, dass einzelne zusätzliche Funktionen nutzlos wären. Vielmehr enthalten moderne Programme inzwischen ohnehin schon weit mehr Möglichkeiten, als die meisten Anwender im normalen Arbeitsalltag tatsächlich benötigen. Eine weitere Ausweitung des Funktionsumfangs in Bereiche, die von anderen Programmen wie Adobe Photoshop bestens abgedeckt werden, kann infrage gestellt werden. Mit zunehmender Zahl von Werkzeugen können Bedienoberfläche und Arbeitsablauf komplizierter werden, während gleichzeitig die wichtigen Kernfunktionen in der Masse der Möglichkeiten untergehen.

Für mich persönlich liegt der eigentliche Wert von PhotoLab in der Qualität der RAW-Entwicklung, der automatischen Objektivkorrektur, der Rauschreduzierung und den sinnvollen Möglichkeiten zur gezielten Bildkorrektur.

Die Entwicklung von PhotoLab zu einem immer umfassenderen Bildbearbeitungsprogramm ist nicht grundsätzlich falsch. Sie wird aber dann fragwürdig, wenn der Umfang der Funktionen nicht tatsächlich als Mehrwert erkennbar wird, sondern einen vermeintlichen Grund für ein kostenpflichtiges Upgrade liefern soll.

Was PhotoLab verbessern könnte

Wenn DxO den Funktionsumfang von PhotoLab weiter ausbauen möchte, gäbe es aus meiner Sicht allerdings einige Funktionen, die einen deutlich größeren praktischen Nutzen hätten als weitere kreative Filter, Rahmen oder Texturen.

Interessant wäre beispielsweise eine Funktion zur Umwandlung von abfotografierten Negativen in positive Bilder. Das ist insbesondere für Fotografen interessant, die ihre analogen Negative nicht mit einem klassischen Filmscanner, sondern mit einer Digitalkamera digitalisieren. Beim sogenannten Abfotografieren werden die Negative mit einer Kamera aufgenommen und anschließend digital in Positive umgewandelt. Eine solche Funktion würde sehr gut in einen RAW-Konverter passen und könnte den Workflow bei der Digitalisierung analoger Filme erheblich vereinfachen.

In diesem Zusammenhang wäre auch eine KI-gestützte Erkennung und Entfernung von Staub und Kratzern sinnvoll. Gerade beim Digitalisieren alter Negative oder Dias können Staubpartikel, Fusseln und Kratzer zu einem erheblichen Problem werden. Eine intelligente Funktion, die solche Bildfehler automatisch erkennt und möglichst unauffällig korrigiert, hätte für viele Anwender einen wesentlich höheren praktischen Nutzen als beispielsweise eine weitere Sammlung kreativer Filter.

Auch beim IPTC-Editor sehe ich noch deutliches Verbesserungspotenzial. Die Schrift und insbesondere die Eingabefelder sind für eine komfortable Arbeit mit umfangreichen Metadaten relativ klein. Gerade bei der Bildbeschreibung wäre ein deutlich größeres Eingabefeld wünschenswert, da dort häufig längere Texte eingegeben werden.

Außderdem wäre die Möglichkeit sinnvoll, das IPTC-Formular individuell zu konfigurieren. Niemand benötigt sämtliche vorhandenen IPTC-Felder. Es wäre deshalb hilfreich, wenn der Anwender selbst festlegen könnte, welche Felder im Editor angezeigt werden und welche ausgeblendet bleiben. Dadurch ließe sich die Oberfläche deutlich übersichtlicher gestalten und auf den persönlichen Arbeitsablauf abstimmen.

Ergänzungen: Kernfunktionen, sinnvolle Ergänzungen, überflüssige Funktionen und fehlende Funktionen




Inhaltsverzeichnis:


Systemvoraussetzungen

Installation / Konfiguration

Fotothek

IPTC-Editor

Bilder bearbeiten - Seite:   1   |   2   |   3

Rauschreduzierung

Objektivkorrektur

Was ist neu? / Unterschiede


Zusatzsoftware


DxO ViewPoint

DxO FilmPack

Nik Collection


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