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Sony FE 90 mm F/2.8 Macro OSS

2024 © Thomas Gade

Sony E 18-135 mm Sony E 20mm F2.8
Sony E 50mm F1.8  
Sony FE 90 mm macro F2.8 Sony FE 28-70mm F3.5-5.6


Sony Makroobjektiv an einer Sony α6700

Das Sony FE 90mm F2.8 Macro G OSS ist ein Makroobjektiv für Kameras von Sony mit E- Mount mit APS-C oder Vollformat Sensoren.  Es ist relativ schwer und macht einen soliden Eindruck. Das Drehrad zum Scharfstellen lässt sich mit genau den richtigen Widerstand bewegen. Laut Sony ist das Makroobjektiv gegen Staub und Spritzwasser geschützt, es fehlt allerdings ein Dichtungsring am Bajonett. Deshalb sollte man die Dichtigkeit nicht unbedingt bei Regen testen.

Es hat eine Entfernungsskala am Scharfstell-Ring, aber keinen Blendenring. Braucht man den? Eigentlich nicht, weil die Steuerung der Blende bei diesem Makroobjektiv ausschließlich elektronisch durch das Kameragehäuse erfolgt.

Technische Daten

Hersteller Sony
Bezeichnung FE 90mm F2.8 Macro G OSS (SEL90M28G)
Bildformat bis Vollformat
Eingeführt 2015
Brennweite 90 mm
Blende 2,8 bis 22
Nahgrenze 28 cm
Abbildungsmaßstab 1:1 an Nahgrenze
Fokussierung Autofokus / Manuell
   
Filtergewinde 62 mm
Blendenlamellen 9
Gewicht 651 g mit Sonnenblende*, 606 g nur Objektiv
Länge / Breite 78 x 129 mm
Preis ab 870 € im Juni 2024


* Die Fontlinse liegt so weit vorne, dass die Sonnenblende meistens gebraucht wird.

Stativschelle



600 g sind kein Leichtgewicht. Für eine gute Balance von Kamera und Objektiv auf einem Makroschlitten oder Stativ wäre für dieses Makroobjektiv eine Stativschelle angebracht. Leider gehört keine zum Lieferumfang und es ist keine passende im Sortiment von Sony zu finden.

Abhilfe bietet eine kompatible Stativschelle mit Arca-Swiss Profil am Fuß von iShoot für ca. 47 € (Preis im Juni 2024). Alternativ gibt es von Novoflex eine für ca. 100 €. Stichwörter für weitere Recherchen im Internet: tripod mount collar

Bildstabilisierung



Die Bildstabilisierung ist sehr effektiv. Sie kann abgeschaltet werden, zum Beispiel beim Benutzen eines Stativs.

Fokus Limiter



Der Fokus Limiter hat drei Stufen: Full, ∞ - 0,5m und 0,5 bis 0,28 m

Vergleich



Vergleich: Links Olympus OM-D E-M1 III mit Olympus 60 mm Makroobjektiv, in der Mitte Sony Alpha 6700 mit Sony FE 90mm Macro und rechts eine Pentax DSLR mit einem Tamron SP Di AF 90 mm F 2.8 Makroobjektiv.

Die Objektive von Olympus und von Sony haben eine Innenfokussierung und verändern ihre Länge beim Scharfstellen nicht. Beide enthalten auch eine Bildstabilisierung. Das Makroobjektiv von Tamron enthält noch keine Bildstabilisierung und der Tubus verlängert sich beim Fokussieren in den Nahbereich. Im Gegenzug ist es relativ leicht und bei Einstellung auf Motive außerhalb des Nahbereichs auch verhältnismäßig kurz.

Das Makroobjektiv von Olympus mit Sonnenblende ist mit ca. 200 g ein Fliegengewicht. Dagegen ist das 90 mm Makroobjektiv von Sony relativ lang und schwer.

Focus Stacking


Einzelbild aus einer Bilderserie zum Focus Stacking. Entfernung 46 cm, Blende 5.6, ISO 800
Die Schärfentiefe ist zu gering für die Blüte einer Tabakpflanze


Helicon Fokus errechnet aus 18 Einzelbildern ein Foto mit großer Schärfentiefe. Die Veränderung der Fokussierung zwischen den Aufnahmen geschah manuell, weil die Focus Bracketing Funktion der Sony alpha 6700 zwar die gewünschte Anzahl Bilder aufnahm, aber keine Änderung der Scharfeinstellung vornahm. Es konnte nicht geklärt werden, woran das lag.

Optische Qualität

Ich testete dieses Makroobjektiv an einer Sony Alpha 6700 mit APS-C Sensor mit 26 Megapixeln. Die Abbildungsqualität ist zwischen Unendlich bis zum Anschlag tadellos. Auch mit offener Blende gelingen exzellente Aufnahmen.

Die digitale Korrektur von Abbildungsfehlern beim Erstellen von JPEG Dateien durch die Kamera sowie beim Entwickeln von RAW-Dateien mit DxO PhotoLab 7 trägt dazu bei. Es gibt keinen Grund, dieses Objektiv ohne eine automatische digitale Abbildungskorrektur zu testen, weil sie heute dazugehört und eventuelle Schwächen, die beim Verzicht darauf sichtbar wären, in der Praxis gar nicht zu sehen sind, es sei denn, man benutzt einen alten RAW-Konverter.

Ob die Optik bei offener Blende qualitative Einbrüche in den Bildecken zeigt, lässt sich mit einer Kamera mit einem APS-C Sensor mit 26 Megapixeln nicht testen, weil das optische Design für den größeren Vollformat-Sensor entworfen wurde. Da 90 mm Makroobjektive in dieser Preisklasse und von Premiumherstellern seit langem eine überragende Bildqualität liefern, vermute ich auch beim Vollformat-Sensor mit bis zu 36 Megapixeln exzellente Ergebnisse, habe das allerdings nicht testen können.

Kann dieses im Jahre 2015 eingeführte Makroobjektiv einen Vollformat-Sensor mit 61 Megapixeln noch voll ausreizen? Um diese Frage zu beantworten, bräuchte ich eine entsprechende Kamera, die mir aber nicht zur Verfügung steht.

Der DxOMark ist für dieses Makroobjektiv sehr hoch. In Kombination mit einer Sony A7R IV (Vollformatsensor / 61 Megapixel) hat es einen Score von 44 Punkten. Das ist ein exzellenter Wert.

Fazit

Das Sony FE 90mm F2.8 Macro G OSS Makroobjektiv hat eine tadellose Optik. Es fühlt sich gut an und wirkt solide. Leider fehlt eine Stativschelle, die bei seiner Länge und über 600 g Gewicht wichtig wäre. Man kann sie von Drittherstellern erwerben.

Sony E 18-135 mm Sony E 20mm F2.8
Sony E 50mm F1.8  
Sony FE 90 mm macro F2.8 Sony FE 28-70mm F3.5-5.6



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