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Panasonic Leica DG Vario-Elmar F4-6.3 ASPH OIS

2019 © Thomas Gade


Panasonic Leica DG Vario-Elmar F 4-6.3 / 100-400mm Telezoom an der Panasonic Lumix G9

Das Leica DG Vario-Elmar 100-400 mm 4-6.3 Asph. OIS für Micro-Four-Thirds-Systeme entspricht kleinbildäquivalent einem Telezoom mit 200-800 mm Brennweite. Zum Vergleich könnte man das Sigma 300-800mm F5.6 EX DG nehmen. Mit einer Naheinstellgrenze von 6 m, einem Preis von rund 5500 €, 5,9 kg Gewicht und über einem halben Meter Länge für Vollformat-Sensoren entspricht es in etwa dem Panasonic Leica 100-400mm Telezoom, welches nur 1 kg wiegt und für rund 1370 € viel günstiger zu haben ist.

Möglich ist das, weil die Objektive für die relativ kleinen MFT-Sensoren nur einen kleinen Bildkreis bedienen müssen und deshalb kompakter gebaut werden können, vor allem Teleobjektive. Von einem derartig kompakten Super-Telezoom kann man für größere Sensoren nur träumen.

Technische Daten

Hersteller Panasonic
Bezeichnung H-RS100400 / Panasonic Leica DG Vario-Elmar 100-400mm F4.0-6.3 ASPH
Anschluss L-Mount
Einführung 2016
Preis (August 2019) 1360 €
Blende variable Anfangsöffnung 4-6.3 bis 22
Filtergewinde 72 mm
Staub und Spritzwasserschutz Ja
Optischer Bildstabilisator Ja (Power-OIS)
Naheinstellgrenze 1,30 m (Abbildungsmaßstab 1:4 mit 400mm)
Abmessungen 171 x 83 mm (ohne Sonnenblende und Bajonett)
Gewicht 985 g / 1084 g mit Sonnenblende und Stativschelle


Panasonic Leica DG Vario-Elmar F 4-6.3 / 100-400mm Telezoom an der Panasonic Lumix G9

Es gibt drei Schalter am Tubus zum Ein- und Ausschalten der Bildstabilisierung, zum Wechsel zwischen Autofokus, manuellen Scharfstellen und Begrenzen des AF-Bereichs.

Vergleich



Panasonic Leica DG Vario-Elmar 100-400mm Telezoom neben einem Pentax DA* F4 300mm Teleobjektiv

Das 100-400 mm Telezoom wiegt etwa 160 g weniger als das 300 mm Teleobjektiv und bietet durch die variable Brennweite eine größere Kapazität und am MFT Sensor mit kleinbildäuqivalent 200 - 800mm Brennweite eine enorme Reichweite. Bei diesem Beispiel steht ein Fotograf vor der Entscheidung, ein sehr flexibles Objektiv für ca. 1360 € mit dem kleineren MFT Sensor und extrem schnellem Autofokus zu nutzen oder die technischen Vorteile des größeren APS-C Sensor und auch des Vollformats mit der ewas lichtstärkeren 300 mm Festbrennweite (1160 €) einzusetzen. Der Autofokus von Pentax ist träger und nicht so reaktionsfreudig. Die Optik ist jedoch exzellent. Wenn eine hohe Flexibilität mit hochwertiger Optik und schnellem AF vordergründig sind, sprechen die Fakten eindeutig für das MFT-System mit dem Telezoom von Leica. Er hat sogar einen Focus-Limiter, der seltsamerweise beim Pentax Teleobjektiv fehlt sowie eine effektive intergrierte Bildstabilisierung.

Autofokus

An der Panasonic DC-G9 stellt das Telezoom extrem schnell scharf. Normalerweise fotografiere ich mit Kameras von Pentax. Verwende ich eine Pentax K-70 oder K-3 mit dem Pentax DA 300mm Teleobjektiv, vergeht nach dem Druck auf dem Auslöser spürbar eine kleine Zeitspanne bis es reagiert und scharf stellt. Im Gegensatz dazu ist die Panasonic DC-G9 mit dem Leica 100-400mm so schnell, dass scheinbar gar keine Zeit vergeht. Beeindruckend! Die Kamera muss allerdings das gewünschte Motiv scharf stellen, das sie nicht immer korrekt identifizieren kann. Das ist aber ein generelles Problem der Autofokus-Technologie. Hätte die Kamera eine Eye Control Funktion, die erkennt worauf die einblickende Pupille des Auges gerichtet ist, wäre der Autofokus mit diesem Telezoom perfekt.



Volltreffer von einer fliegenden Möwe mit 180 mm Brennweite (360 mm kleinbildäquivalent)! Das gelingt nicht immer, aber mit etwas Übung relativ oft.



Hirsch und Rehe im Galopp. Einstellung: 400 mm (800 mm kleinbildäquivalent), Blende 6.3. ISO 400 und 1/1000 Sekunde. Kaum hatte ich einen Beobachtungspunkt bezogen, preschte ein Rudel Rehe unerwartet aus einem Gebüsch über eine Wiese im brandenburgischen Rhinluch. Die Panasonic Lumix G9 erwies sich mit dem Leica Vario-Elmar als unglaublich reaktionsstark und meisterte diese einmalige Situation hervorragend. Glücklicherweise flimmerte die Luft kaum, sonst wäre das Bild nicht gelungen. Zwar muss man beim relativ kleinen MFT-Sensor gegenüber größeren Sensoren qualitative Abstriche hinnehmen, aber weder für APS-C noch für das Vollformat gibt es eine nur 1,7 kg wiegende Kombination aus Objektiv und Kamera mit einer solchen Reichweite und Geschwindigkeit.



Das gesamte Bild zeigt mehr als der obige Ausschnitt.


800 x 533 Pixel Ausschnitt aus dem vollen Bild.


Kraniche beim Starten auf einem Feld in Brandenburg. 400mm, Blende 6.3, 1/800 Sekunde

Manuelles Scharfstellen

Beim manuellen Fokussieren wird auf dem Display der Kamera oder in ihrem Sucher eine Entfernungsskala angezeigt. Außerdem wird beim Drehen des Scharfstellrings ein vergrößerter Ausschnitt im Sucher oder auf dem Display der Lumix G9 angezeigt. Der Drehring zum Scharfstellen läuft weich. Der Verstellweg ist erstaunlich lang und ermöglicht dadurch ein präzises Fokussieren.

Nahgrenze

Das Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von 1,3 Meter. Mit 400mm erreicht es einen Abbildungsmaßstab von 1:4.

Optische Qualität



Kormoran mit ausgebreiteten Flügeln. Panasonic Lumix G9 mit Leica Vario-Elmar 100-400 mm. Eingestellt auf 250 mm (500 mm kleinbildäquivalent) und Blende 8. ISO 400, 1/1300 Sekunde. Das Bild ist leicht angeschnitten. Es wurde von einem Sportboot aufgenommen, das leicht schaukelte. Es ist erstaunlich, dass man unter solchen Bedingungen freihändig und der langen Brennweite überhaupt scharfe Bilder aufnehmen kann. Die Trefferquote ist sogar hoch. Die Bildstabilisierung ist sehr effektiv.



Ausschnitt mit 800 x 533 Pixel. Die Auflösung ist in Ordnung.

Siehe auch: Teleobjektive - Vergleich

Fazit

Das 100-400mm Zoom ist ein exzellentes Telezoom, das in kompakter Bauweise und zum bezahlbaren Preis anspruchsvolle Sehnsüchte vieler Naturfotografen erfüllt, die sich weder das ganz teure Profiequipment leisten können/möchten noch schwere sperrige Technik mitschleppen möchten.

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