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Negative Supply - Pro Riser MK3 Reprostativ

2026 © Thomas Gade



Negative Supply stellt Zubehör zum Scannen von Dias und Negativen mit Digitalkameras her. Neben Leuchtquellen und Filmhaltern gehören auch einige Reprostative dazu, wie der Pro Riser MK3. Anders als bei den günstigeren Basic-Riser-Modellen hat der Pro Riser MK3 einen mechanischen Feintrieb für die Höhenverstellung.

Technische Daten


Hersteller: Negative Supply

Bezeichnung: Pro Riser MK3

Reprosäule aus 3 × 3 cm Aluprofil, 50 cm lang, auf einer 10 cm hohen Basis.

Kameraarm aus Metall und Kunststoff, verstellbar über eine Spindel.

Grundbrett aus Metall. Format: 37,5 × 37,7 cm. Gewicht: 5 kg
Am Grundbrett haften Magnete. Das ist praktisch, um Gegenstände besser zu fixieren.

Schraubschlüssel zum Anschrauben der Kamera oder einer Schnellwechselklemme

Preis: 924,77 EUR (2026)



Lieferung als Bausatz

Das Reprostativ wird in drei Hauptkomponenten geliefert: Säule, Säulenfuß und Grundbrett. Der Zusammenbau ist unkompliziert, allerdings ist das rund 5 kg schwere Grundbrett etwas unhandlich. Am besten legt man alle Teile auf eine weiche Unterlage, etwa eine Yogamatte, um Kratzer zu vermeiden.



Zum An- und Abschrauben der Kamera wird ein spezieller Schraubschlüssel verwendet. Dieser ist nicht fest mit dem Reprostativ verbunden und kann daher verloren gehen. Dieses eigenwillige Konzept sollte Negative Supply überdenken. Idealerweise haben moderne Reprostative Schnellwechselklemmen für das Arca-Swiss-Profil.


Höhenverstellung




Die Höhenverstellung erfolgt über einen relativ kleinen Drehknopf am unteren Ende der Spindel. Bei der Bedienung können Gegenstände, die davor auf dem Grundbrett stehen, durch Berührung verschoben werden.



Ich fände einen Drehknopf mit größerem Durchmesser oder eine Kurbel an der Oberseite des Reprostativs besser. Wahrscheinlich kann man die Spindel und ihre Lagerung umbauen, aber das wollte ich bei einem Leihgerät nicht ausprobieren. Würde das Reprostativ mir gehören, würde ich jedoch nicht lange zögern.

Verstellbarkeit des Kameraarms richtig einstellen

Der Schlitten des Kameraarms sitzt anfangs relativ locker auf der Säule und gleitet von selbst nach unten. Dabei dreht sich die lange Gewindespindel mit. Um das zu beheben, stehen vier Schrauben zur Verfügung, mit denen sich der Anpressdruck der Schlittenführung einstellen lässt.


Es gibt ober- und unterhalb des Kameraarms jeweils zwei Schrauben zum Einstellen des richtigen Anpressdrucks.

Zum Einstellen des richtigen Anpressdrucks montiert man zunächst eine Kamera am Kameraarm und justiert danach dessen Gängigkeit. Die Höhe soll leicht verstellbar sein. Der Arm darf aber nicht von selbst oder beim Bedienen der Kamera nach unten rutschen.

Bewertung




Das Reprostativ Pro Riser MK3 von Negative Supply ist aus vielen Einzelteilen aufgebaut, die insgesamt komplizierter wirken als klassische Reprostative mit Modulen aus Druckguss.

Mir gefallen die kleinen, neuen Reprostative aus der Camera-Scanning-Szene. Sie basieren meist auf 3 × 3 cm Industrie-Aluprofilen und kosten zwischen 150 und 350 Euro. Sie haben keinen Drehknopf zur Höhenverstellung, benötigen wenig Platz, lassen sich bei Nichtgebrauch leicht verstauen und reichen für leichte bis mittelschwere Systemkameras. Allerdings zeigt sich auch hier eine große Preisspanne. Was unterscheidet ein Modell für 150 Euro von einem für 350 Euro?

Der Valoi Essential Copy Stand V2 (150 Euro) besitzt einen sehr guten Metallfuß zur Befestigung der Reprosäule auf dem U-förmigen Grundbrett. Der verschiebbare Haltearm für die Kamera stammt jedoch aus dem 3D-Drucker und wirkt weniger vertrauenswürdig. Beim Basic Riser MK3 von Negative Supply (360 Euro) ist dieser besser verarbeitet. Allerdings benötigt man einen speziellen Schraubschlüssel, um die Kamera an- oder abzuschrauben, und ein stabilisierender Fuß für die Reprosäule fehlt vollständig. Sie wird mit relativ kleiner Standfläche direkt auf das Grundbrett geschraubt.

Für bis zu 200 € sind diese Typen akzeptabel. Liegt der Preis höher, wäre das Reprostativ KAISER RS 2 XA (ab 280 Euro) mit mindestens gleicher Tragkraft und Kurbel zur Höhenverstellung wohl die bessere Wahl.

Sobald man sich den Formaten klassischer und bewährter Reprostative nähert, drängt sich ein Vergleich mit dem stabileren KAISER RS 10 (670 Euro) auf. Ähnliche Modelle von Kaiser sind gebraucht bereits für 100 bis 200 Euro erhältlich. Sie bilden die Konkurrenz für den Pro Riser MK3 – ebenso wie der Camera Stand PRO von Filmomat & Bobach. Es gibt ihn in zwei Längen für 1300 bzw. 1500 Euro. Der Negative Supply Pro Riser MK3 für etwa 925 Euro ist zwar günstiger, aber keineswegs ein Schnäppchen. Meiner Ansicht nach können beide das KAISER RS 10 nicht übertreffen.

Wer sich aus dem Sortiment von Negative Supply eine Leuchtquelle und Filmhalter kauft, sollte nicht aus sentimentaler Markentreue unbedingt ein Reprostativ vom gleichen Hersteller erwerben. Das deutsche Unternehmen Kaiser Fototechnik bietet günstigere Alternativen, die langjährig bewährt sind.


© Thomas Gade | photoinfos.com | ISSN 3054-4769 (Online). Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig.