photoinfos.com

 

Die neue deutsche Fotoschule

Lehrbuch über analoge Fototechnik von Hans Windisch

2026 © Thomas Gade



Die neue deutsche Fotoschule von Hans Windisch ist ein mehrfach aufgelegtes, systematisch aufgebautes Lehrbuch über analoge Fotografie. Es richtete sich vor allem an engagierte Hobby-Fotografen, die gute Fachkenntnisse erwerben mochten und höhere Ansprüche stellten. Hans Windisch führt seine Leser Schritt für Schritt von den Grundlagen der Kameratechnik über die Wirkung von Licht, Optik und Filmmaterial bis hin zur Dunkelkammerarbeit. Besonders ausführlich behandelt er die Entwicklung von Negativen, die Wahl der richtigen Gradation und die Herstellung hochwertiger Abzüge. Das sind Themen, die in der analogen Fotografie zentral waren, aber auch heute noch auf Interesse stoßen. Das Buch ist klar strukturiert, reich bebildert und darauf ausgelegt, die Leser zu befähigen, fotografische Prozesse zu verstehen und in der Praxis anzuwenden.

Das Werk war über Jahrzehnte stark verbreitet. Früher Ausgaben erschienen bereits in den späten 1930er Jahren. Wir finden bei Booklooker Ausgaben aus 1938, 1940, 1941, 1943 vom Heering Verlag. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgen weitere aktualisierte Ausgaben, etwa: 1952, 1954, 1956, 1958, 1960 und 1961. Diese Vielzahl zeigt, dass Windischs Lehrbuch über Jahrzehnte als Standardwerk der Amateurfotografie galt.

Die Ausgaben aus den Jahren 1938 bis 1943 entstanden zur Zeit des NS-Staates, doch das Werk selbst ist ein rein technisches und gestalterisches Fotolehrbuch. Es enthält keine politischen oder ideologischen Inhalte. Die Sprache ist sachlich auf die fotografische Praxis konzentriert und frei von weltanschaulichen Bezügen.

Insgesamt vermittelt Die neue deutsche Fotoschule ein umfassendes Bild der klassischen analogen Fotografie und dokumentiert zugleich, wie fotografisches Wissen im 20. Jahrhundert vermittelt wurde. Die vielen Auflagen belegen, dass das Werk von vielen Hobbyfotografen geschätzt und genutzt wurde.

Da die Überarbeitungen vor allem auf Produktentwicklungen eingingen und damit auf den technologischen Fortschritt etwa bei Kameras, Belichtungsmessern oder Blitzgeräten, sollten Sammler von Literatur über analoge Fotografie mindestens eine frühe und späte Auflage erwerben.

Über den Autoren:



Hans Windisch wurde 1891 im sächsischen Niederlößnitz bei Dresden geboren und entwickelte sich früh zu einer vielseitigen künstlerischen Persönlichkeit. Seine Ausbildung führte ihn an die Dresdner Kunstgewerbeschule und später an die Kunstakademie, wo er zunächst als Grafiker und Illustrator tätig war. In den 1920er Jahren arbeitete er für verschiedene Berliner Verlage und prägte mit seinen Zeichnungen das visuelle Erscheinungsbild zahlreicher Publikationen. Mitte der 1920er Jahre wandte er sich zunehmend der Fotografie zu. Seine Lehrbücher, allen voran *Die neue deutsche Fotoschule*, machten ihn zu einem der einflussreichsten Vermittler fotografischen Wissens im deutschsprachigen Raum. Später lebte und arbeitete er in München und schließlich am Chiemsee, wo er 1965 verstarb.

Bewertung

Für analoge Fotografen im 21. Jahrhundert sind die Werke von Windisch immer noch aktuell, da mit historischer Technik fotografiert wird und die wesentlichen Grundlagen gleich geblieben sind. Es ist auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre für Menschen, die auf traditionelle Weise fotografien möchten.


© Thomas Gade | photoinfos.com | ISSN 3054-4769 (Online). Unsere Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung ist nur mit schriftlicher Erlaubnis des Verfassers gestattet und stets honorarpflichtig.