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DxO PhotoLab 5 - RAW-Konverter

Review, Test 2021 © Thomas Gade



Fotothek mit IPTC-Editor

Allgemeine Infos

Über DXO PhotoLab habe ich mehrere Rezensionen geschrieben und möchte die grundsätzlichen Fakten hier nicht noch einmal wiederholen. Ich werde sie demnächst auf einer eigenen Seite zusammenfassen und in zukünftigen Versionen darauf verweisen.

Für neue Versionen werde ich weiterhin eigene Seiten verfassen, die aber nicht mehr die Basics im Detail beschreiben, sondern neue Funktionen und Verbesserungen, soweit sie mir auffallen.

Vermarktung: Abonnement oder jährlich kostenpflichtige Updates?

Die Vermarktung von Foto-Software beruht heute vielfach auf zwei alternativen Strategien. Entweder bezieht man sie im Abonnement, wie Produkte von Adobe. Oder die Software-Hersteller, wie DxO, bringen jährlich neue kostenpflichtige Updates und Versionen heraus.

Der zweite Weg setzt die Hersteller unter Druck, in ihren neuen Versionen neue Funktionen anzubieten, die zum Kauf der Updates motivieren. Die grundsätzliche Funktionsweise der Programme bleibt ja gleich. Sie entwickeln sich evolutionär und können die Benutzer einer bereits guten Software nur durch Verbesserungen und Leistungssteigerungen alle ein bis zwei Jahre zur erneuten Bezahlung bewegen.

2020 bot DXO mit der Einführung der exzellenten Rauschunterdrückung Deep Prime in PhotoLab 4 ein starkes Argument zum Upgrade. Womit wollte DxO ein Jahr später, 2021, die neue Versionsnummer 5 rechtfertigen

Erstmals Unterstützung für Fuji X-Trans Sensoren

Bislang mussten die Benutzer von Fuji-Digitalkameras auf DxO PhotoLab verzichten, weil es nicht kompatibel war mit den Daten von Sensoren ohne die übliche Bayer-Matrix. Diese Lücke wurde nun geschlossen. Ebenfalls lassen sich endlich die Dateien der Pentax K-3 III verarbeiten.

Beide Punkte rechtfertigen eigentlich keine neuen Kosten, sondern sollten einem zeitgemäßen RAW-Konverter durch kostenlose Updates beigefügt werden.

Neben solchen Kleinigkeiten kann DXO PhotoLab 5 jedoch mit einer (aus meiner Sicht) spektakulären Neuerung aufwarten.

IPTC - Editor

Fotografie macht Spaß, aber die Beschriftung vieler Bilder mit individuellen Titeln, Beschreibungen und Stichwörter ist der weniger erfreuliche Anteil. Bei größeren Bildbeständen ist die Einbettung von IPTC-Infos allerdings unumgänglich, um auf Dauer den Überblick zu bewahren und die Suchfunktionen diverser Bild-Verwaltungsprogramme zu nutzen.

Hat sich erstmal eine größere Anzahl Dateien von verschiedenen Speicherkarten in einem Eingangsordner gesammelt, die sortiert, mit logischen Dateinamen versehen werden und in die IPTC-Infos einzubetten sind, fehlt es häufig an der Motivation und Lust, um diese zeitraubende Aufgabe zu erledigen.

Einbettung der IPTC-Infos während der RAW-Entwicklung

Es wäre deshalb besser, wenn die Beschriftung frischer Bilder gleich im Zuge ihrer Entwicklung stattfinden kann. Dann sind die Erinnerungen an die Aufnahmesituation noch präsent. Viele Bilderserien könnten dann aus dem Prozess der RAW-Entwicklung gleich mit eingebetteten Meta-Infos in das gewünschte Zielformat konvertiert werden.

Der RAW-Konverter DxO PhotoLab bietet mit der Version 5 erstmals einen IPTC-Editor an, der das ermöglicht. Im Ansichtsmodus Fotothek in DXO PhotoLab 5 befindet sich in der linken Spalte ein IPTC-Editor. Damit lassen sich gleich die nötigen Daten im Zuge der RAW-Entwicklung eintragen. Man kann eine beliebige Anzahl Bilder in der Fotothek markieren, um anschließend für alle gemeinsam einen zutreffenden Satz IPTC-Informationen einzutragen. Das fällt natürlich leichter, wenn man sich noch gut andie Aufnahmesituation erinnern kann, also weiß, wann, wo und was man fotografiert hat.

Der IPTC-Editor im RAW-Konverter ermöglicht es, seinen Arbeitsfluss so zu gestalten, dass die Bildinformationen gar nicht erst irgendwann nachträglich eingetragen werden müssen, sondern gleich von Anfang an in den TIF- oder JPG-Dateien enthalten sind. Eine exzellente Idee, die bei konsequenter Nutzung dazu beiträgt, Bilderberge zu vermeiden, die vor dem Eingang in das Archiv noch zu beschriften sind und bis dahin schlechte Laune erzeugen.

Erfreulicherweise funktioniert der IPTC-Editor sogar mit TIF- und JPG-Datei, die noch gar nicht beschriftet sind. Trägt man für sie die entsprechenden Informationen in die Formularfelder ein, erfolgt der Eintrag in diese Dateien durch das Klicken dieses Pfades:

Datei - Metadaten - Festschreiben



DxO PhotoLab 5 hat damit ein wichtiges Werkzeug zur Bildverwaltung spendiert bekommen.

Verbesserungsmöglichkeiten

Es gibt einige Verbesserungsmöglichkeiten am IPTC-Editor, wie beispielsweise das Speichern von Info-Sätzen, die immer wieder verwendet werden. Diese Option sollte nicht mit den Presets zur Bildbearbeitung vermischt werden, sondern separat verfügbar sein. Das können Daten über einen Urheber sein oder über bevorzugte Locations und häufig wiederkehrende Themen. Sicherlich werden solche Möglichkeiten durch Updates ergänzt werden.

Man kann entsprechende Vorschläge im Forum von DXO einreichen.

Leistungssteigerung

Die exzellente Rauschunterdrückung Deep Prime hat einen Nachteil. Die Verarbeitung der Bilder ist rechenintensiv und dauert deshalb ziemlich lange. In der Pressemitteilung von DxO Deutschland zu PhotoLab 5 steht:


„DeepPRIME: effizienter und bis zu 4-mal so schnell

… Vor allem das enge Zusammenspiel von DxO PhotoLab 5 und DeepPRIME profitiert von deutlichen Verbesserungen bei der Reaktionsfähigkeit und den Verarbeitungs- und Exportzeiten. Von diesen Verbesserungen profitieren alle – auf Apple Silicon Macs sind Verbesserungen um das 4-Fache, bei leistungsstarken Windows-Architekturen um das 1,5-Fache zu verzeichnen.“


Ich verglich die Bearbeitungszeiten von PhotoLab 4 und PhotoLab 5 mit DxO Smart Lightning mit Intensität 25 und Deep Prime mit Stärke 30 an einer 24 Megapixel Datei aus einer Pentax K-70. Die Empfindlichkeit war auf ISO 12.800 eingestellt, sodass eine gute Entrauschung wirklich vonnöten war.


Auf dem i7-7700K, 16 GB RAM - Computer mit Windows 10 verstrichen 1.15 Minuten mit PhotoLab 4 und 1.05 Minuten mit PhotoLab 5.

Ein Apple Silicon Mac stand mir zum Vergleich nicht zur Verfügung. Aber wenn sich die Bearbeitungszeiten auf solchen Computer tatsächlich um bis zu 75 % verringern, wäre das für ihre Nutzer ein großer Vorteil.

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