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DxO PhotoLab 2

2019 © Thomas Gade

DxO PhotoLab 2 ist ein RAW Konverter und stammt von DxO Labs aus Frankreich. Das Unternehmen ist bekannt für seine Messungen von Abbildungseigenschaften von Objektiven. Dabei entstehen Profile, die der Raw-Konverter zum Verringern von Farbsäumen und zur Korrektur von Verzeichnungen und Vignettierung nutzt. Das Programm erfährt durch die Exifdaten, mit welcher Kamera und welchem Objektiv fotografiert wurde.


DxO PhotoLab 2. Oberfläche im Modus 'Fotothek' mit Verzeichnisbaum

Dieser Idee folgen auch andere RAW-Konverter, jedoch hat DxO hier die Nase vorne. Zudem misst DxO Labs auch die Eigenschaften von Sensoren und nutzt die Werte zur Bildoptimierung. DxO hat verschiedene Programme, die allesamt im Produkt DxO Photo Suite zusammengefasst werden.


Daten

Hersteller DXO Labs DXO Labs
Software PhotoLab 2 Photo Suite
Editionen    
Preis 129 € 189 € (Aktionspreis)
Betriebssystem Windows / Mac Windows / Mac
     
Suite DxO Photo Suite (enthält PhotoLab 2, Nik Collection 2, FilmPack 5 und ViewPoint 3 / 189 €)

Hinweis

Die Photo Suite enthält alle Module und unterscheidet sich
preislich so geringfügig von PhotoLab 2, dass man die Suite kaufen sollte.

Registrierung und Installation

Installiert wurde DxO PhotoLab 2 auf einem PC mit Windows 7 Pro, i7 2600k CPU (3,4 Ghz), 8 GB Ram und 256 GB SSD. Der Installationsvorgang verlangte Microsoft NET Framework 4.7 und lud die Daten automatisch herunter. Anschließend startete der Computer neu.

Anschließend kann man im Installationsordner einige überflüssige Dateien löschen. Die Ordnernamen de, fr und ja deuten auf verschiedene Sprachen hin. Wir löschten fr (französisch) und jp (japanisch).

Konfiguration

Datenbank und Cache aus der Systempartition verlagern

DxO PhotoLab 2 legt eine Datenbank im Systemverzeichnis an. Dort wird auch ein Cache-Verzeichnis angelegt. Solche Dateien haben nichts bei den Programmen und dem Betriebssystem zu suchen! Die Speicherorte müssen auf jeden Fall in ein anderes Volumen verlagert werden. Die Umstellung ist im geöffneten Programm möglich unter: Bearbeiten ->  Programmeinstellungen

Empfehlenswert ist eine eigene Partition (D: ) für Datenbanken und sonstige Hilfsdateien verschiedener Programme. Leider ist es nicht möglich, auch den Speicherpfad für eigene Presets (Enwicklungsvorgaben) aus C auszulagern.


Die Datenbank sollte nicht in der Systempartition gespeichert werden. Daher wird der Speicherort verändert.



Auch die Cache-Dateien gehören nicht in die Systempartition. In den Programmeinstellungen wird ein neuer Pfad eingegeben.

DxO PhotoLab 2 hat zwei verschiedene Oberflächen, wie auch schon die Vorversionen. Unter der oberen Menüleiste gibt es die Register 'Fotothek' und 'Bearbeiten'. Damit wechselt man zur jeweils gewünschten Ansicht.

Nach dem Starten des Programms, kommen erfahrene User schnell zurecht. In der linken Spalte der Oberfläche 'Fotothek' befindet sich ein Verzeichnisbaum zum Navigieren. Beim Öffnen von Verzeichnissen mit Bildern, werden sie als kleine Thumbnails in der Fußleiste dargestellt. Es gibt keine nervigen Importvorgänge.

Unterhalb des Verzeichnisbaum gibt es eine Schaltfläche, um 'Projekte' anlegen. Das sind im Prinzip eigene Datenbanken zu bestimmten Themen. Die dazugehörigen Bilder können sich in verschiedenen Verzeichnis befinden.


DxO PhotoLab 2 im Bearbeitungsmodus

Das erste Bild wird automatisch vergrößert dargestellt. Falls das Programm die Kombination aus Kamera und Objektiv festgestellt, fragt es, ob es die DxO-Module herunterladen soll, mit denen Verzeichnungen und chromatische Abberationen korrigiert werden. DxO empfiehlt, nur die Module zu laden, die man auch benötigt. Dafür ist eine Internetanbindung nötig.

Beim Klick auf 'Bearbeiten' verschwindet der Verzeichnisbaum. Auf der rechten Seite erscheint eine Spalte mit verschiedenen Bildbearbeitungsfunktionen und einem Histogramm. Man kann die Spalte individuell konfigurieren, um nur die für einen selbst wichtigsten Werkzeuge zu sehen.

Auf der linken Seite sehen wir statt des Verzeichnisbaums eine kleine Darstellung des Fotos mit Zoom- und Navigationsfunktion. Zudem werden einige Exif-Daten angezeigt. In der Mitte sieht man das zu bearbeitende Foto.

Wer auf die Infos in der linken Spalte verzichten kann, schaltet die darin befindlichen Register 'Bewegen/Zoom', 'EXIF' und 'Preseteditor' aus. Dadurch gewinnt man mehr Platz, um das Foto beim Bearbeiten zu betrachten.

Nik Collection

DxO Lab hat die Nik Collection von Google erworben und in DxO PhotoLab 2 die U-Point-Technologie aus Nik integriert, um lokale Korrekturen einfacher durchzuführen als mit Pinseln.

Automatische Korrektur

Beim Vergleich von DxO PhotoLab 2 mit anderen RAW-Konvertern bringt es mit den Standardeinstellungen mehr Zeichnung in die Schatten als beispielsweise ACDSee. Aber mit allen RAW Programmen kann man sehr ähnliche Ergebnisse erzielen; es ist eine Frage der Einstellungen. Grundsätzlich muss man sich bei allen RAW Programmen vertraut machen, um das Bestmögliche aus seinen Bildern herauszuholen.

Die Korrektur optischer Fehler (Verzeichnung, Farbsäume, Unschärfen) gelingt DxO besonders gut, wenn das betreffende Objektiv von DxO Labs vermessen wurde.


Pentax K-70 mit SMC Pentax-DA 1:3.5-5.6 18-135mm. Blende 8 und 135 mm.

Ausschnitte aus dem Bild


800 x 533 Pixel Ausschnitt aus dem Foto (linker Bildrand). Konvertiert mit ACDSee PhotoStudio 19 ohne Korrektur der Abbildungsfehler. Am Rand sind deutliche Farbsäume erkennbar.


800 x 533 Pixel Ausschnitt aus dem Foto (linker Bildrand). Konvertiert mit DxO PhotoLab 2 mit automatischer Korrektur der Abbildungsfehler. Die Farbsäume sind fast verschwunden, aber mit Photoshop wurde zusätzlich ein schwacher violetter Farbsaum durch eine selektive Farbkorrektur unterdrückt. Mit Adobe Photoshop wurde das Foto mit dem Hochpassfilter geschärft.

Bei diesem Bild leistet DxO PhotoLab 2 wirklich eine Menge. Das Ergebnis ist hervorragend, allerdings müssen die Einstellungen stimmen, die man erst durch Versuche herausfindet. Die Korrektur der optischen Schwächen funktioniert aber nicht mit allen Objektiven. Manchmal sind die Ergebnisse nur unwesentlich besser und viele alte Objektive sind noch gar nicht vermessen. Deutliche Verbesserungen ergeben sich mit Zoomobjektiven, deren optisches Design immer ein Kompromiss ist.

Sehr gute Gradationskurve

Erfreulich ist die Gradationskurve. Beim Verstellen der Kurve in den einzelnen Farbkanälen, bleiben die anderen Kurven als farbige Linien sichtbar. Im Gegensatz zur Gratulationskurve von Adobe Lightroom ist die von DxO PhotoLab 2 sehr gut zu handhaben. Daher kann man dieses Programm auch verwenden, um abfotografierte Negative zu bearbeiten. Die Tonwertumkehrung ist einfach und kann als Preset gespeichert werden.  

Arbeiten mit Presets

Viele Kameras ermöglichen das gleichzeitige speichern einer Rohdatei neben einer JPG-Datei. Das JPG-Format gilt wegen seiner Einschränkung auf acht Bit pro Kanal und durch die Bildbearbeitung in der Kamera sowie einer Komprimierung als verlustbehaftet.

Allerdings ist die Qualität der JPG-Dateien aus modernen, guten Kameras mittlerweile so hoch, dass der Fotograf aus der Rohdatei kaum mehr hervorzaubern kann. Im Gegenteil, werden Standardeinstellungen eines RAW-Konverters genutzt, kann das Ergebnis sogar schlechter ausfallen.

Die Computer und ihre dazugehörige Software in modernen Digitalkameras ist sehr leistungsfähig und bewältigt längst viele Optimierungen, die man vor zehn Jahren lieber am Computer vorgenommen hat.


DxO PhotoLab 2. Auswahlmenü für Presets.

Die optimalen Einstellungen für einen RAW-Konverter hängen von der Bewertung des Ergebnisses. Es gibt objektive Faktoren, wie Schärfe und Farbsäume, aber auch subjektive, wie die am besten empfundene Tonwertverteilung. Während jemand kontrastreiche Bilder mit schwarzen Schatten schätzt, legen andere Fotografen neben einer guten Darstellung der mittleren Tonwerte großen Wert darauf, auch in den hellen Spitzlichtern und in den dunklen Schatten eine gute Zeichnung zu erhalten.

Die Einstellungen zum Schärfen durch einen RAW-Konverter können Verbesserungen, aber auch Schäden an der Darstellung von Mikrodetails anrichten. Deshalb sollten immer moderate Einstellungen gewählt werden, weil das finale Schärfen in einem Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop stattfindet. Nötig wird es erst, bei einer konkreten Verwendung des Bildes. Ein gutes Archivfoto wirkt bei einer genauen Betrachtung seiner Details immer leicht weich gezeichnet und bedarf vor einem Druck oder nach einer Skalierung für eine Darstellung im Web stets einer individuellen Schärfung.

Jeder Anwender eines RAW-Konverters sollte die Ergebnisse einer Konvertierung mit einer JPG-Datei direkt aus der Kamera vergleichen. Dabei ergeben sich wertvolle Erkenntnisse für die verschiedenen Einstellungen und man muss diverse ausprobieren, um sicher zu sein, dass ein Foto aus einer Rohdatei besser ist, als die JPG-Version aus der Kamera.

Hat man eine Einstellung gefunden, die aus Rohdateien die besseren Bilder liefert, sollte man sie als Preset speichern. Es kann auch mehrere geben. Ihre Eigenschaften sollten aus ihren Namen hervorgehen. Bezeichnungen für Presets, wie 'Pentax K-70-sonnig' und 'Pentax-K-70-bewoelkt' sind eindeutig.

Nutzt man eine Digitalkamera als Filmscanner, werden entsprechende Presets für die verschiedenen Vorlagen angelegt, beispielsweise 'Farbnegativ-Kodak-Gold-200' oder 'Schwarzweiß-Negativ'.

Das Arbeiten mit Konvertierungsvorgaben (Presets) erhöht die Effizienz von DxO PhotoLab 2 enorm.


In den Programmeinstellungen kann das Standard-Preset festgelegt werden.

Handbuch ausdrucken

Für DxO PhotoLAb 2 gibt es ein sehr gutes Handbuch zum Download:

https://userfiles-kb.s3.amazonaws.com/userfiles/1354/13404/manual.pdf

Man sollte es herunterladen und ausdrucken.

Fazit

Der Ansatz, die messbaren Eigenschaften von Kameras und der Abbildung von Objektiven für automatische Korrekturen zu verwenden, ist bestechend. Sie kann die Abbildungsqualität erheblich verbessern. Leider kann man noch nicht die eigenen Objektive vermessen, sodaß die Profile von DxO Labs Durchschnittswerte sind, die im Rahmen einer Serienstreuung bei der Objektivproduktion von den konkreten Eigenschaften des konkret verwendeten Objektivs etwas abweichen können. Kamerahersteller und andere Softwareentwickler verfolgen diesen Ansatz ebenfalls, jedoch ist DxO Labs auf diesem Gebiet weit vorne.

Wer seine Digitalkamera zum Abfotografieren (statt scannen) von Colornegativen und Schwarzweißnegativen verwendet, kann dank einer einfach zu bedienenden Gradationskurve schnell zu guten Ergebnissen kommen. Wiederholbare Abläufe lassen sich als Presets speichern.


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