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ACDSee Photo Studio Ultimate 2019

2018 © Thomas Gade


ACDSee Photo Studio Ultimate 19 auf zwei Monitoren. Links: Einzelbild mit Metadaten. Rechts: Verzeichnisse und Thumbnails

Fotos betrachten, bearbeiten und verwalten

ACD Systems produziert seit 1994 einen der besten Bildbetrachter. Damals erschien die Version ACDSee 1.0. Im Jahre 1999 folgte mit ACDSee 3.0 eine deutlich erweiterte Version mit Bildbearbeitung, Import von Dateien von Scannern und Digitalkameras. 2006 erschien mit ACDSee Pro ein RAW-Konverter. Auch dieses Programm enthielt die Bildbetrachtung der traditionellen ACDSee mit erweiterten Funktionen.

ACD Systems brachte im Laufe der Zeit verschiedene Produkte heraus. Zum aktuellen Sortiment gehören ACDSee Professional 2019 und ACDsee für Mac 4 mit ähnlichen Funktionen. Sie enthalten RAW Konverter, die Bildbearbeitung und Verwaltung. ACDSee Standard ist vor allem ein Bildbetrachter mit Bildverwaltung. Die Preise staffeln sich je nach Funktionsumfang. Besonders günstig ist ACDSee für Mac 4 in Rabattaktionen, vermutlich, weil es in der Mac-Welt nicht den hohen Bekanntheitsgrad hat wie für Windows.

ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 hat den größten Funktionsumfang. Nebst schneller Bildbetrachtung, RAW-Konvertierung, digitale Bildbearbeitung mit Ebene sowie die Verwaltung eines digitalen Bildarchivs.

Üblicherweise stellt ACD Systems einmal jährlich (im Spätherbst) neue Versionen seiner Programme vor.

Name ACDSee Photo Studio Ultimate 2019
Hersteller ACD Systems
Preis bei ACD Systems 171,99 € * / Upgrade ab 91,99 €
Betriebssystem Windows 7 bis 10 - Nur 64 Bit Versionen

* ACD Systems hat oft Rabattaktionen mit starken Preisreduzierungen




Hardware Voraussetzungen

Intel® or AMD processor mit 64-bit support, Intel i3 oder besser, 2 GB RAM (6 GB RAM oder mehr empfohlen),
512 MB Video RAM, DirectX 10 kompatibler Grafikkarte, mindestens 1024 x 768 Bildschirmauflösung (1920 x 1080 empfohlen),
2 GB freier Speicher auf der Festplatte

Installation

Beim Installieren wird eine ältere Version nicht geupdated, sondern bleibt unverändert auf dem Computer, während die neue hinzukommt wie ein anderes Programm. Auf unserem Computer (Intel i7, 8 GB Ram, SSD) erfolgte die Installation problemlos.

Konfiguration

Direkt nach dem Installieren ist ACDSee zu konfigurieren, um die Kontrolle zu behalten!

Im Installationsordner erstelle ich drei Exe-Dateien durch drei leere Textdateien, die die Namen der zu ersetzenden erhalten. Es sind:

acdIDInTouch2.exe
ACDSeeCommanderUltimate12.exe
ACDSeeIndexerUltimate12.exe



acdIDInTouch2.exe enthält seine Funktion bereits in Namen, in touch! Darüber steht ACDSee Ultimate mit dem Produzenten in Verbindung. Wozu?

ACDSeeIndexerUltimate12.exe hat die Aufgabe, den Computer nach allen Mediendateien zu untersuchen und einen umfassenden Index zu erstellen. Dabei entsteht eine Datenbank. Auf einem Computer mit geringem und ev. chaotisch verteiltem Bildbestand mag das sinnvoll sein. Aber bei sehr vielen Videos und Fotos in reichlich Verzeichnissen und verteilt auf mehrere Partitionen oder gar Festplatten ist das ev. gar nicht gewünscht und zudem entstünde eine Datenbank mit großem Volumen. Wer seine Bilder im Griff hat und sehr strukturiert arbeitet, legt wahrscheinlich keinen Wert auf die komplette Erfassung eines großen Bestands durch ACDSee.

ACDSeeCommanderUltimate12.exe wird im Taskmanager meistens als aktiv angezeigt. Was es macht, ist mir unklar. Nach dem Ersetzen durch eine leere Datei sind keine Mängel beim Arbeiten mit ACDSee Ultimate 2019 erkennbar.


Datenbank nicht in Partition C

Unter Datei -> Datenbank -> Neu wird eine neue Datenbank eingerichtet, die nicht in der Systempartition liegt. Dort hat sie nämlich gar nichts zu suchen. Am besten richtet man auf einem Computer eine Partition D für solche Zwecke ein.


Einstellungen

Unter Extras -> Optionen werden die Speicherorte für alle Dateien, die ACDSee für sich erstellt aus der Systempartition verlagert. Man klicke dazu die Liste durch.

Auch kann man hier die Gesichtserkennung deaktivieren. Wer sie nicht braucht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Computer weitaus mehr machen, als wir ihnen zur Aufgabe geben und viele sind ständig online. Wir bekommen solche Eigenmächtigkeiten gar nicht mit. Beispiel: acdIDInTouch.exe. Was teilt diese Funktion ACD Systems mit? Wir wissen es nicht.

Arbeiten mit ACDSee Photo Studio Ultimate 2019

Bildverwaltung


Verwaltungsmodus: Verzeichnisbaum, Miniaturansichten und Eigenschaften (mit editierbaren Metadaten)

Die Bildverwaltung von ACDSee entspricht im Wesentlichen der Dateiverwaltung von Windows. Links sieht man einen Verzeichnisbaum und rechts ein Fenster mit verschiedenen Ansichtsoptionen, wie Miniaturansichten, Symbolen oder eine Liste mit Details. Wer mit dem Betriebssystem Windows vertraut ist, kommt auch rasch mit dem Modus 'Verwalten' in ACDSee zurecht.

Im Gegensatz zu den Explorer-Funktionen von Windows, bietet ACDSee jedoch mehr Möglichkeiten zur Konfiguration und eine hohe Geschwindigkeit beim Darstellen der Bilder sowie den RAW-Konverter und die digitale Bildbearbeitung.

Standardmäßig trägt ACDSee alle Bilder in seine Datenbank ein. Dieser Vorgang heißt importieren. Man kann aber Speicherkarten, CDs und andere Speicher vom Import ausschließen. Dennoch wird ACDSee im Verwaltungsmodus die darauf befindlichen Bilder als Thumbnails anzeigen und alle übrigen Funktionen anbieten, sieht man von der Bildersuche ab, die nicht vor der Datenbank gespeicherte Dateien nicht berücksichtigt.

Zwei Bildschirme

ACDSee läßt sich mehrmals parallel öffnen. Per Drag and Drop kann man so Bilder von einem Fenster in das andere verschieben. Dies setzt natürlich ein großes Display oder mehrere voraus, um mehrere ACDSee Fenster gleichzeitig sehen zu können.


Zweimal geöffnet mit Ansicht der Bilder in verschiedenen Ordnern. Mit zwei Monitoren ist das eine angenehme Unterstützung zum Sortieren und Verwalten.


Arbeiten mit zwei Bildschirmen. Links: Foto in der Bildbearbeitung, Rechts: Ansicht der Thumbnails in einem Verzeichnis

Ansicht Einzelbild



RAW Konverter

Der RAW Konverter befindet sich auf einem hohen Niveau. Er bietet alle Werkzeuge, die heute zu einem Top-Programm dieser Gattung gehören. Die Bearbeitungsfunktionen sind bereits beachtlich. Alle Werkzeuge des RAW Konverters lassen sich gut bedienen, funktionieren einwandfrei und schnell.

Lediglich die Rohdateien der Kameras von Sigma mit Foveon Sensor kann man mit ACDSee nicht bearbeiten, doch gilt diese Einschränkung für nahezu alle RAW-Konverter.

Vorsicht beim Löschen von RAW Dateien auf der Speicherkarte

RAW-Dateien können rasch direkt von der Speicherkarte gesichtet werden. Das ist bequem, aber es gibt eine Fallgrube. Löscht man Bilder, werden diese ohne den Umweg über den Papierkorb entfernt, obwohl in den Einstellungen 'Papierkorb benutzen' aktiviert ist. Sie gilt nicht für Speicherkarten!

Digitale Bildbearbeitung



Der Funktionsumfang der digitalen Bildbearbeitung von ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 ist gewaltig. Für viele Anwender er völlig ausreichend und macht ein Zusatzprogramm wie Adobe Photoshop überflüssig.

Die Ebenenbearbeitung, das Aufzeichnen von Aktionen für die Stapelverarbeitung und der Filter 'Verflüssigen' sind starke Werkzeuge. Es stehen auch zahlreiche Effekte zur Verfügung. Alle Basiswerkzeuge und viele Profifunktionen sind vorhanden. Ausschneiden, drehen, Tonwertkorrekturen, entzerren, Objektivkorrektur ..... und viele mehr. Sie hier aufzuzählen wäre müßig. Fast alles ist möglich.




Effekte in der digitalen Bildbearbeitung

Unter Filter -> Hinzufügen -> Spezialeffekt enthält ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 zahlreiche Effekte für rasche Veränderungen der Bilddatei. Hier einige Beispiele:


Ohne Effekt-Filter: Brücke am Tegeler See in Berlin


Effekt Lomo


Effekt: Sepia


Effekt: Verstreute Kacheln

Abfotografierte Farbnegative invertieren


Abfotografiertes Negativ


Nach Tonwertumkehrung. Filter -> Hinzufügen -> Spezialeffekt -> Negativ


Nach automatischer Tonwertkorrektur

Verbesserungsvorschlag

Die Eingabe von Metadaten, insbesondere IPTC Texten, verbessert werden. Nach Markieren eines Bildes oder mehrerer sollte durch eine Tastenkombination ein Formular aufgehen, das verschiedene IPTC Eintragsfelder enthält, die ausreichend groß dimensioniert sind, um die wichtigsten Bildinformationen einzutragen.

Dazu gehören: Titel, Bildbeschreibung (Caption), Stichwörter (Keywords), Aufnahmedatum mit der Option zur automatischen Übernahme des Exifeintrags, Urheber und Quelle. Als Vorbild mag hier das Eingabeformular von FotoStation dienen oder von ThumbsPlus 7 SP2.

Das Beschriften von Bilddateien ist meistens der unerfreuliche Teil der Arbeit und dürfte daher nicht durch komplizierte Meta-Editoren erschwert werden. Daher wäre es gut, wenn der Meta-Editor durch ein frei konfigurierbares IPTC Formular ergänzt wird und der Nutzer die für ihn relevanten Eingabefelder aus einem Menü auswählen kann, um eine übersichtliche Eingabemaske zu bekommen.

Fazit

ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 ist ein gelungenes Universalprogramm zur Handhabung und Verwaltung von Bilddateien. Der integrierte RAW Konverter ist klasse. ACD Systems verbessert seine Produkte stetig und zuverlässig. ACDSee Photo Studio Ultimate 2019 setzt die Reihe der vielen guten Vorversionen durch eine konsequente, aber unaufregende Weiterentwicklung fort. Wer ein Update macht, findet sich sofort zurecht und freut sich über die zusätzlichen Funktionen.

Persönliche Meinung des Autors: Ich verwende und vergleiche seit vielen Jahren Bildbetrachter, Bildverwaltungsprogramme und RAW-Konverter. Als Bildbetrachter und RAW-Konverter stehen die Programme von ACD Systems bei mir seit langem an der Spitze, auch wenn der Abstand zur Konkurrenz nicht immer groß ist. Das Preis-/Leistungsverhältnis von Software von ACD Systems ist hervorragend, zumal es oft Rabattaktionen mit äußerst attraktiven Preisen gibt.

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